Wir feierten den 1. Illai
Franz Zoppoth
Kameradschaftsabende in Dornbirn
Wie schon im vorigen Jahr rief unser Betriebs-
Führer auch heuer an diesem 1. Tai die Gefolgschaft
der Dornbirner Betriebe zusammen, um in kamerad-
schaftlichem Beisammensein das Fest der Arbeit zu
feiern. Die Rufführungen wurden wie früher schon
wegen Platzmangel in 3 Gruppen durchgeführt, sodaß
bereits am Vorabend des 1. Mai sich die 1. Gruppe
von zirka 600 Arbeitskameraden im Schloßbräusaale
eingefunden hatten, der von der kundigen Hand des
Arbeitskameraden Alwin Albrich festlich schön ge-
schmückt war. (Die 2. Veranstaltung fand am Nach-
mittag des 1. Tai und die 3. und letzte am Abend
des gleichen Tages statt.)
Den Auftakt gab unser Werksorchester unter
der Leitung des Arbeitskameraden Otto Klemm mit
einem schneidigen Stück „Pariser Einzugsmarsch."
Hierauf eröffnete unser Betriebsobmann Pg. Hofmann
den Rameradschaftsabend und gab das freudige Er-
eignis bekannt, daß unsere Betriebsgemeinschaft für
das Arbeitsjahr 1940/41 zum zweitenmal das „Gau-
diplom für hervorragende Leistungen" verliehen er-
halten hat. Am 29. April ist es unserem Betriebs-
Führer in seinem Beisein in Innsbruck vom Gauleiter
selbst überreicht worden. Diese Ruszeichnung ist für
alle Arbeitskameraden eine stolze Anerkennung für
die geleistete Arbeit, sie bedeutet aber auc eine Ver-
pslichtung unrntwegt wieder mit ganzer Kraft weiter
zu arbeiten an dem begonnenen Werk. Nach Abschluß
seiner Ausführungen ergriff unser Betriebsführer das
Wort, der nochmals seine Freude über die erhaltene
Auszeichnung bekundigte und allen dankte für ihre
treue Mitarbeit, er hoffe, daß jeder im kommenden
Arbeitsjahr noch besser und noch mehr dazu beitragen
möge zur Förderung und Festigung unserer Betriebs-
gemeinschaft. Er rief sodann den Arbeitskamerad
Josef Stoß zu sich und ehrte ihn zu seinem 40 jährigen
Arbeitsjubiläum. Zum Schluß seiner Rede gab er
dem Wunsche Ausdruck, daß Alle den Alltag ein-
mal ausschalten möchten um diese Stunden in festes-
froher Stimmung zu verbringen. Reicher Beifall
dankte beiden Rednern für ihre Ausführungen.
Als erster nun folgender Programmpunkt war
ein lebendes Bild zu sehen. Krbeitskamerad Helmut
Hilbe mit 2 jungen Sportlerinnen ehrten in einem
schönen Spruch die Arbeit und Kameradschaft. Einen
Großteil der Vortragsfolge bestritt nun unsere Be-
triebssportgruppe mit tadellosen Vorführungen. Dabei
müssen wohl besonders die Arbeitskameradinnen her-
vorgehoben werden, die unter der bewährten Leitung
des Arbeitskameraden Josef Pfanner schöne Leistungen
zeigten. Sie haben ihr Bestes gegeben, um das Fehlen
der Arbeitskameraden die derzeit in der Wehrmacht
stehen, aufzuholen. Als besonders flottes Stück musz
wohl die Aufführung der Mädel „Es ist so schön
Soldat zu sein" bezeichnet werden. — Diese schmucken
Soldaten und ihr flottes Auftreten haben allgemeine
Begeisterung hervorgerufen.
Immer wieder gab das Orchester ein Stück zum
Besten und brachte fröhliche Stimmung in diese
Feierstunden. Eine besondere Freude hatte es unserem
Betriebsführer gemacht, als es ihm, als Kreisjäger-
meister zu Ehren den Jägermarsch „Waidmannsheil"
spielte. Gut gefielen die hübschen Frühlingslieder, die
unser Werkschor unter der Leitung des Arbeits-
kameraden Josef Langer vortrug und besondere An-
erkennung errang sich unser Arbeitskamerad Emil
Hoffgott mit den Solovorträgen von 2 Liedern. Ruch
das Stück „Ein Ständchen" war ausgezeichnet ge-
geben und erweckte riesige Heiterkeit unter den Zu-
schauern.
Der Rontakt mit den einzelnen Arbeitskameraden
— so über alle Tische hinweg — kam dann so recht
in der eingeschalteten Pause zustande, wo jeder Ein-
zelne seine engeren Mitarbeiter an diesem oder jenem
Tische besuchte. Mit besonderem Hallo wurde ein
schmackhaftes Ädendessen entgegengenommen, das
ausgezeichnet gemundet und eine prima Unterlage
gab zu fröhlichem Humor und manch gutem Tropfen.
Besonderes Interesse und Rufmerksamkeit fanden
die von unserem Betriebsführer aufgenommenen Filme
von unserer Lehrwerkstätte und aus dem Betriebs-
leben. Besonders die vorgeführten Aufnahmen über
das im Winter stattgefundene Rodel- und Schirennen
gefielen ganz besonders, da sich so Mancher selbst
oder seinen Rameraden einmal in seinen Bewegungen
auf dem Bilde sah. So manche lustige Bemerkung
und fröhliches Lachen zeigte wieviel solche Aufnahmen
zur Förderung der Betriebskameradschaft beitragen.
Ein Ziehharmonika-Quartett mit Schlagwerk bestehend
aus 2 Jungen der Lehrwerkstätte, dem Rusbildungs-
Leiter selber und einem Hilfsmeister, stimmten nun
ein großes Liederpotpourri an, bei dem alle Arbeits-
kameraden mitsangen, denn jeder kennt heute die
schönen flotten Weisen von der Rosmarie, der Tonika
und Erika. Dieser gemeinsame Gesang Aller löste
das letzte unfreundliche Gesicht und schloß die Bande
der Kameradschaft und des gemeinsamen Erlebens.
Nun kam ein Glanzstück; unsere Theatergruppe hat
wieder einmal in dem Einakter „Ein unruhiges Haus" 62