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Full text : Dreihammer. Werkzeitschrift der Betriebsgemeinschaft F. M. Hämmerle

Sie können mir glauben, bab bie Rohstoff- uni>
Rufirag^befdbaffung oft einen schweren Kampf und
viele mühe kostet. Wenn in allerletzter Zeit bie
Beschäftigung etwas knapper wurde — andere Betriebe
 waren ja längst nicht mehr in Doppelschichtso
 hoffe ich, daß dies nur eine vorübergehende Erscheinung
 ist und daß dieses — militärisch gesprochen
— Rurztreten, das sie ja bemerkt haben werden, bald
vorübergehen wird. Desto größere Schritte werden
wir nach glücklicher Vollendung des Krieges machen
können und müssen. Es steht zu hoffen, daß bei der
verlangten Mehrleistung nach dem Kriege der Tertilarbeiter
 auch auf eine Lohnstufe kommt, die ihm eine
Abwanderung zu anderen Industriezweigen gar nicht
mehr schmackhaft erscheinen läßt.

Die Firma hat dieses Jahr wieder das Gaudiplom
erhalten, im Leistungskampf. Ruch Gisingen hat auf
sozialem Gebiete seinen Anteil daran. Die Einführung
der Schichtsuppe, verbilligte Eintrittskarten zu allen
möglichen Veranstaltungen, die Einrichtung der Bibliothek
 im Gefolgschaftsraum, das neue Sanitätszimmer,
 mit dem allwöchentlichen Besuch des Betriebsarztes,
 das neue Bad, die Einführung der Unterstützungskasse
 und dergl. mehr. — In den letzten
Tagen habe ich Pläne für die Ausführung eines
Mädchenheimes und 15 neuen 2-Familienhäusern zur
Genehmigung eingereicht und hoffe, daß nach dem
Kriege wenigstens zum Teil damit begonnen werden
kann. — Wie jedes Jahr gedenken wir auch diesmal
 einiger Arbeitskameraden, die ein Jubiläum in

Betriebstreue feiern können!

Krbeitskamerad Ferdinand Amann:
Krbeitskamerad Gottfried Frick

Kibeitskamerad Johann Walser

Krbeitskamerad Heinrich Zimmermann

Bevor ich schliesse möchte ich noch unserer tapferem
Soldaten gedenken, die uns gerade wieder in allerletzter
 Zeit zu großem Dank verflichtet haben. Schlag
auf Schlag hören wir die Siegesmeldungen durch
den Todesmut und Einsatz unserer Krieger. Dies ist
für uns eine Verpflichtung, die wir hier im sicheren
Hafen der Heimat sein können, auch hier unser Bestes
zu tun, zu arbeiten und auszuharren, was auch
kommen möge. „Am Schlusze steht der Sieg" hat
unser Führer gesagt, auf den wir am heutigen Tage
in Dankbarkeit und Treue blicken. Wir bringen auf
unseren geliebten Führer ein 3 faches Sieg Heil.-----Obwohl

 außer einigen Liedern des Werkchores
kein Programm vorgesehen war, kamen durch die
Stimmung hervorgebracht, bisher unbekannte Kräfte
an Zauberern, Entfeßlungskünstlern und anderen
Scherzmachern auf die Bühne, die zur Verschönerung
des Festes und zur Unterhaltung ihrer Kameraden
in dankenswerter weise beitrugen. Im Laufe des Abends
wurde eine gute Jause, bestehend aus frischem Rufschnitt,
 Brot und Bier gereicht, die sehr gut schmeckte.
Frohe und nette Stunden vereinten noch lange Zeit
die „Unentwegten" und ließzen so den netten Rameradschaftsabend
 langsam ausklingen.

Betriebs-ßamevadschoft

Von Prof. Dr. Ing. Arnhold, Leiter der Sonderabteilung „Berukserziehung und Leistungssteigerung" im RWiM.

Für den Soldaten ist der Kampf die höchste Lebensform.
 Hier setzt er sic ein, hier entfaltet er seine
Kräfte, hier zeigt er sein Rönnen und Wissen, hier
bewährt er sich, kurz, er beweist in der Hingabe den
Wert seiner Persönlichkeit.

Der Betrieb seinerseits ist nicht nur eine Stätte
der Arbeit sondern auch ganz besonders eine Stätte
des Lebenskampfes, in dem der einzelne wie die
ganze Gefolgschaft ihren moralischen Wert täglich
unter Beweis zu stellen hat. Nun ist aber, das dürfte
aus dem bisher gesagten klar geworden sein, wehrhaftes
 Arbeiten mehr als nur Individuelles: Wehrhaftigkeit
 greift über das persönliche weit hinaus und
wird stets Sache der Gemeinschaft. Die Gemeinschaft
selbst ist daher auch die Trägerin des wehrhaften Geistes.

Weil dem so ist, muß es für die wehrhafte
Arbeit auch ganz bestimmte Rusdrucksformen geben.

in denen sie sic äußert und äußernd verwirklicht.
Die wichtigste dieser Äußerungsform ist die Arbeitskameradschaf
 im Betriebe.

Echte Arbeitskameradschaf ist das unverrückbare
Ideal wahrhafter Arbeit, das selbst durch größszte
Enttäuschungen nicht zerstört werden darf.

Tan hat versucht, das Wesen der Kameradschaft
zu umschreiben. Gelungen ist solche Beschreibung
eigentlich nie, denn Kameradschaft gehört zu den
Dingen des Lebens, die man in sich trägt und ausübt,
 über die man aber nicht reden kann. Daher
halten wir es auch für unzweckmäßig, die „Rameradschaft
 gegenüber der „Gemeinschaft" oder der „Verbrüderung"
 abzugrenzen. Soviel sei aber doch gesagt:
Kameradschaft entfaltet sic stets nur da, wo eine in
sic geschlossene Kampfgemeinschaft gemeinsam im
Kampfe steht, sei es nun im Rampfe mit der Waffe
oder sei es im Arbeitskampf.
            
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