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Full text : Dreihammer. Werkzeitschrift der Betriebsgemeinschaft F. M. Hämmerle

Bereits am 4. April war besannt geworden,
daß am 6. April um 5.20 llhr der Angriff auf
beiden Seiten begonnen werden soll. Unser Einsatz
lautete „Griechenland!" Nachdem wir für 4 Tage
Verpflegung im Rucksack verpacht fatten, verließen
wir am 4. April gegen Abend unferen Zeltplatz, um
nur mit dem Allernotwendigsten, was für den Einsatz
gebraucht wird, die Höhen des Rerkeni-Gebirges zu
befteigen.

In halber Höhe von ca 1100 m mitten in der
Macht angekommen, machten wir Rast und begaben uns
nochmals zur Ruhe, denn wer wusste, wann wir
wieder einmal dazukommen würden. Der 5. April
wurde mit Munitionsnachschub ausgefüllt, die restliche
 Zeit galt den übrigen Vorbereitungen.

6 . April 1941 ! Um 12 Uhr nachts war Wecken
angesetzt. Eine herrliche sternklare Macht begleitete
unfern Aufstieg auf den Gipfel von 2000 m. 900 m
Höhenunterschied unter den gegebenen Verhältnissen
war für die Gebirgsartillerie gewiß keine Rleinigkeit.
 Mann und Muli mußten alles hergeben, um
diese erfte Leistungsprobe bestehen zu wollen.

War es in 1000 m Höhe schon Frühling geworden,
 so war in 2000 m Höhe immerhin noch
über 2 m Schnee. 5 zeigte die Uhr, als wir die
Höhe schutzgerecht erreichten. Noch 20 Minuten und
der Kampf beginnt!!

5 .20 Uhr! zu gleicher Zeit ertönten an beiden
Fronten die Abschüsse, die ersten Granaten, die dem
Feind den Beginn der Kampfhandlungen anzeigen
sollten. Spähtrupps der Jäger waren bereits in den
trüben Morgenstunden barangegangen, bie griechischen
Postenhäuser zu stürmen, bie sich auf bem Bergrücken
 befanden, um uns io ben Weg zum Abstieg
freizumachen. Da ber Abstieg auf ber griechischen
Seite sehr steil war, bereiteten Pioniere einen Kleinen
Steig für unsere schwerbelasteten Tragtiere. Kurz
barauf setzte sicunfere Batterie in Bewegung, während
eine andere ben Feuerschutz übernommen hatte. Auf
halber Höhe machten wir halt, gingen in Stellung
und übernahmen ben Schutz unserer vorgehenden Jäger.
Doch so leicht sollten wirs nicht bekommen. Anscheinend
 war ber Feind in ben frühen Morgenstunden
nicht gefaßt, baß wir über eine solche Höhe vorstoßzen
könnten. Daraus konnten wir auch nur schliessen, daß
wir kein Feuer erhielten.

Am Nachmittag des erffen Tages würbe das
Bild erheblich anders, benn ber Feind hatte am gegenüberliegenden
 Berghang, ber durch ein zirka 10 km
breites Tal getrennt war, bie Bunkerstellungen bezogen,
 und begann nun, das Feuer auf uns zu eröffnen.
 Nicht weniger wie 5 Batterien, teils schwere.

teils leichte, richteten bic Rohre gegen uns und be.
streuten ben ganzen Abhang. Granate um Granate
pfiff um unfere Ohren — ber Vormarsch war gehemmt.
 Die Jäger hatten inzwischen bie erfte Ortschaft
am Fuße des Berges gesäubert und versuchten langsam
bas Tal zu überqueren. Das gegnerische Feuer würbe
immer stärker und kurz barauf ertönte auch bei uns
das erfte Feuerkommando. Doch nach wenigen Se.
kunden Halt! — wir durften nicht schiesen. Hätten
wir uns von dieser Stellung aus zu erkennen gegeben,
 wäre unser Schicksal besiegelt gewefen, benn alle
Rohre hätten Richtung zu uns genommen.

Bei uns gab es weber ein Vor noch ein Zurück
fo mußten wir eben warten, bis bie versprochene
Hilfe unserer Stuka’s kam. Gegen Abend desselben
Tages erschien am Himmel ein Verband Stuka und
lud feine Bomben über ben Stellungen des Feindes
ab. Wohlgezielte Treffer kündeten bem Feinde das
Vernichtungswerk unserer Stuka an.

Es waren jedoch nicht alle Batterien zum Schweigen
gebracht, benn kaum waren bie Silbervögel derschwunden,
 setzte auch schon wieber das Feuer ein,
bis ber Abenb hereinbrach. Regenwolken ballten sich
zusammen unb entluden sich nach kurzer Zeit. Nebel
flieg unb hüllte beibe Fronten ein. Für bie Macht
hatten wir uns ein Zeltlager eingerichtet.

Rein Schuß fiel mehr, alles ift ruhig geworden.

Beim Morgengrauen des darauffolgenden Tages
hatten bereits Panzertruppen das rechts von uns
liegende Gebiet bis zum Dorianfee gefäubert unb
waren barüber hinaus vorgestoßzen. Segen Illittag
haben wir bann im Schutz des Nebels ben weiteren
Abstieg angetreten. Rurz bevor wir das Tal erreichten,
gingen wir wieber in Feuerstellung. Die Nebeldecke
lockerte sich unb fo begannen auch wir wieber, bem
Feind unfere Srüße hinüber zu senden. Nachdem unfere
Stukas zum 2. mal ihre Last abgeladen hatten, herrschte
Ruhe benn ber Gegner hatte bic Stellungen aufgebeu
müssen.

Nun begann bie Verfolgung. Nachdem unfere
Jäger bie Säuberung tapfer burchgeführt halten ging
es tags unb nachts bem Feinde auf ben Fersen nach.
Während ber Macht hatten wir bie Höhen am Dorian-See
 besetzt unb fließen am Morgen des 9. April
auf das Südende des Doriansees. Hier erreichte uns
bie Runde oon ber Einnahme Salonikis unb ber
Kapitulation ber Ost-Armee. Nun begann ber Marsch
ins Innere des Landes. Mac 2 Tagesmärschen von
90 km erreichten wir Rornizza. Da fich unsere Vetpflegslage
 als immer schwieriger erwies, entwickelte
fich an biefem ©rt eine wahre Hühnerschlacht. Fast
jeber Mann hatte hier eine Henne „abgemurrt" um 84
            
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