gewesen und deshalb auc stets gezwungen worden,
ihr Dasein neben der Straße der Gemeinsamkeit zu
fristen. Es erscheint auc vollkommen zwecklos, daß
wit weitere Bemühungen anstellen, um diese Kräfte
für unsere nationalsozialistische Idee und deren harte
Lebensauffassung zu gewinnen. Sie sind so kalt und
in ihrem Innern so morsch, daß fie uns nie verstehen
können und trotzdem werden fie immer des Glaubens
fein, daß ihre Klugheit ihnen verbietet, sic mit uns
um eine gemeinfame Aufgabe zu kümmern. Gefähr-
Iich werden fie uns nie werden, denn fie bemühen
sich nicht einmal, ordentlich getarnt ihre Stellung
einzunehmen und ihre Meinung zu vertreten. Den
erkannten Gegner aber braucht man nicht zu fürchten,
denn feinen Waffen und feiner Strategie kann man
heute leidet begegnen. Ulbrigens haben wir uns schon
soviel Härte angewohnt, daß bei Notwendigkeit vor
strafendem Zupacken nicht mehr zurückgeschreckt wird.
Also, dieser einige Neinsager wird von uns nicht
gefürchtet und fein Dafein ift auch keine Tragik, er
selbst wird zum Gespött der Gasse und die Zeit läßt
sich durch ihn nicht aushalten. Jener andere Zeit-
genosse aber, der auf beiden Schultern Wasser trägt
und jedem in’s Gesicht recht tut, der nur mit jenen
Tierchen verglichen werden kann, die die Gasse
beoölkern, dem offensichtlich das Kainsmal auf der
Stirne steht und dessen Hände sich so feuchtkalt an-
fühlen, als ab die Verwesung schon im Körper säße,
der sich immer grundsätzlich grundsatzlos benimmt und
niemals eine Entscheidung für ober wider trifft, muß
einer eingehenden Betrachtung unerzogen werden,
denn fein vorhandensein ift im Allgemeinen und im
Besonderen gemeingefährlich. Dabei ift es notwendig,
daß biefe edlen Klugen unserer Zeit, bah biefe lebendig
gewordenen Kompromiße von vornherein richtig erkannt
unb in bie richtige Gruppe eingeteilt werden, damit
man sich mit ihrer Eigenart unb ihrem Benehmen
beffer auseinandersetzen kann. Wir wollen uns erft
einmal mit bem Spieler befaffen, mit jebem edlen
Zeitgenossen, her aus Verbohrtheit widerspricht unb
sic stets als verkanntes Senie fühlt, ber immer
alles beffer weiß unb wenn ihm bie Zeit mit ihrem
Geschehen feinen Unsinn widerlegt, fofort auch schon
wieder bereit ift, bie richtige Ansicht feiner Neben-
menschen zu feiner eigenen zu machen, ber sich bann
gerne von seinesgleichen als Prophet verherrlichen
läßt unb daraus das Recht zieht, auch weiterhin in
feiner verantwortungslosen Kritik zu verharren. Ihn
treffen wir in allen Kreifen unferer deutschen Bevöl-
kerung. Er ift parteitreu, aber selbstverständlich nur
mit Vorbehalt, er ift Sozialist, wenn es um bie Lösung
seiner eigenen sozialen Frage geht und dies für feinen
Vorteil spricht. Nichts aber kann ihn abhalten auch
einmal kaifertreu zu fein, wenn er glaubt, bamit
intereffant werden zu können. Er ift revolutionär,
wenn es gegen bie Revolution geht unb bekennt fidh
zum Bürgertum, in bem Augenblick, in bem es
notroenbig ift, mit bürgerlichen Auffaffungen, zu
brechen. Seine politische Auffaffung ift stets konträr
zur Staatsidee unb feine Handlungsweise wider-
spricht jeber staatsbürgerlichen Gepflogenheit. Er weiß
Abftanb zu wahren von ben anderen Ständen unb
würbe am liebsten das Volk in Klaffen aufgeteilt
sehen. Er ift ber typische Vertreter unbelehrbarer
Toren unb babei für bie Gemeinschaft gefährlich,
weil er fie dauernd zwingt, Kräfte zur Abwehr an-
zusetzen, um feinem Unsinn zu begegnen. Selbst-
verständlich betätigt er sich militärisch unb strategisch
unb ift babei außerordentlich kühn unb stets gerne
geneigt, bie Pläne ber obersten Heeresleitung als
Stümperwerk zu bezeichnen. Wenn es nach ihm ginge,
müßte ber deutsche Generalstab abgebaut werben unb
bem Führer anbere, beffere Mitarbeiter zur Seite
stehen. Seine Lieblingsbeschäftigung finbet er vor ben
Landkarten Europas, bort wird hantiert mit Zirkel
unb Stift unb nie verfäumt, was er sich in feinen
Gedanken zusammengebraut, anberen fofort als
kommenbe Ereignisse vorzumalen. Lassen wir in ruhig
reben, benn es ift wirklich zwecklos, sich mit ihm
auf eine Diskussion einzulassen. Denn erstens würbe
biefer Mensch doch keinerlei Belehrung von uns an-
nehmen unb zweitens haben wir es nicht notwenbig,
feinen Blödsinn zum Anlaß ernfter Überlegungen
zu machen.
Je mehr wir uns alle als Deutsche unferer
wirklichen Aufgabe annehmen unb nadh heften Kräften
bem Volksganzen bienen, je mehr wir bem Führer
bie großen Entscheidungen überlassen unb feinen
Befehlen gehorchen, umso rascher werben biefe nega-
tiven Tagesstrategen auS unferen Reihen ausgemerzt
fein. Ihre Aufgabe ift ja nur noch zu sterben. Unserer-
feitS soll ihnen biefeS Sterben fo leicht wie möglich
gemacht werben. Dabei ift eS für uns am befien,
wenn biefe Spieler alle Selbstmord begehen.
DeS Spielers getreuefter Begleiter unb Trabant
ift ber Herr Meckerer. Was ber erfte politisch der-
bricht unb an ber Gemeinschaft fünbigt, leiftet ber
Letztere auf bem Gebiet ber Wirtschaft unb ber
Ernährung. Wenn man sich biefen Menschen einmal
bildlich vorstellt, wirb bie von ihm zu zeichnende
Karikatur ftetS mit feinem wirklichen Benehmen
übereinstimmen. Im Gesicht steht ihm bie Verbissen-
heit unb ber Stumpfsinn, fein Gang ift schleichend
unb wenn er spricht, kommt einem sibirische Kälte
entgegen. Er fühlt fidh an, wie eine Handvoll Teig,
ber beim zusammendrücken zwischen ben Fingern durch-
geht. Meist stehen bie Ohren weit ab vom Kopf unb
haben bie Eigenschaft, daß fie auch nach rückwärts 65