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Full text : Dreihammer. Werkzeitschrift der Betriebsgemeinschaft F. M. Hämmerle

Ueber unsere „Soldatenbetreuung"

Wir alle erinnern uns der schönen Hochsommertage
 von Ende Juli 1939; gleich schweren Gewittern
aber brodelte es um die Grenzen unseres Vaterlandes.
Als der Führer zu den Waffen rief, als unsere Arbeitskameraden
 hinauszogen um die Heimat zu schützen,
da mar es auch an der Zeit, an die „Soldaten*
betreuung" zu denken. Unser Seniorchef Herr Viktor
Hämmerle, der im Weltkrieg 1914/18 die so segensreich
 wirkende „Kriegerhilfe" ins Leben gerufen
hatte, gab den elften Anstoß, die verständnisvolle
Einsicht unseres Betriebsführers ermöglichte all die
Einkäufe und Besorgungen und schon litte Sept,
rollten die ersten Sendungen „Der Dreihammer" ins
Feld. An die hundert Weihnachtpäckchen sollten unseren
 Soldaten das erfte Kriegsweihnachten verschönern.
Mac dem glorreichen Feldzug in Polen kam kurze
Ruhe, bald aber nahm das blutige Ringen feinen
Fortgang und immer
mehr Arbeit skameraden
vertauschten Spindel und
Webschiffchen mit dem
Schwert. Bewegt U. stolz
dachten mir an unsere
Braven in (Dänemark,
Norwegen, Belgien und
Frankreich, im Süden
und im höchsten Norden
und als im Juni letzten
Jahres der Bolschewik
den deutschen Menschen
und deutsche Art vernichten wollte, da wußten mir
wohl: gegen diese ungeheure Übermacht kann nur
unfer ganzer Einsatz helfen.

So ift es uns Ehrensache geworden, unsere
Arbeitskameraden soweit nur immer möglich zu betreuen
 und zu versorgen. Ein kleiner, aber mackerer
Stab von Helferinnen steht mir babei unentwegt zur
Seite unb keine fehlt menn es heist: Heute bis 10
Uhr abends Zeitungen fertigmachen, ober menn ber
Samstag- ober Sonntagnachmittag hergenommen
werden muß, um „Päckle" versandfertig zu machen.

Wir oerfenben allwöchentlich bie 2 Nummern
des „Vorarlberger Landboten" unb bie „Stuttgarter
Soufflierte", jeben Monat ben „Dreihammer" bem
mir nach Möglichkeit für bie im Felde stehenden
Rameraden eine kleine Überraschung beipacken unb
schließlich, so oft mir es eben möglich machen können,
auch kleine Paketchen — einstweilen an bie Frontsoldaten.
 Hier sind mir wohl des Einverständnisses
unferer nicht birekt im Fronteinsatz stehenden Arbeitskameraden
 sicher, menn wir bie an ber Front
stehenden Soldaten in allererster Linie betreuen.

Ende Juli 1942 hat bie 40.000 - ste Sendung das

Postamt Dornbirn verlassen.
Daß sich unsere Solbaten immer sehr freuen
etwas aus ber Heimat zu bekommen, beweisen die
Dielen Hunderte von Dankschreiben, bie bie Verbundenheit
 zwischen Front, Heimat unb Betrieb
rühmen, bie aber auch immer wieder mit ber Ruf-Forderung
 schließen: „Haltet aus!" Ich wünsche nur,
daß jeber unb jebe Einsicht in diese Biiefe nehmen
könnte — gar mancher mürbe anders sprechen.-Wenn
 mir anläßlich des kleinen Jubiläums ber
40.000. Sendung Einblick in unsere Soldatenbetreuung
geben, fo wollen mir bannt nur kundtun, daß mir
nach mir vor jebe Stunden bereit sind, unseren eingerückten
 Kameraden Freude zu machen.

Nachstehend folgt eine kleine Kufstellung, was
mir alles hinausgeschict haben:

Es murben versendet:
ca. 69.000 Zeitungen
220.000 Zigaretten unb
Zigarren, 3.000 Pack.
Trockenspiritus, 400
Kochapparate, bann anschliche
 Mengen Scheeren,
 letallspiegel unb
Mähzeuge, Nundharmonika,
 Spielkarten, Drehbleistifte,
 Zahnpasta und
Zahnbürsten, Rasierklingen,
 Rasierpinsel,
Geldtaschen, Gehwohl-Fuszcreme, Vitamin- Tabletten,
Hustenbonbons, Traubenzucker, Frostsalbe, Bücher,
Kalender, Feldpostbriefe usw.

Uc möchte biefe Zeilen nicht abschließen, ohne
unferem Betriebsführer für feine stets großzügige
Zustimmung zu banken; nur dadurch mar es uns
möglich, unfere Arbeitskameraden im grauen Roch
in fo erfreulicher Weise zu betreuen.

Laura Gmeinder

Angesichts des freiwilligen unb selbstlosen Einsatzes
 zur Bewältigung biefer Sendungen an unfere
Soldaten, sprechen ben Arbeitskameradinnen und
hier Dor allem ben Frl. Laura Gmeinder, Sba Taget,
Anna Fässler, Herta Hämmerle, unb Paula Wehinger
(sämtliche vom Bürohaus Steinebach) sowohl bie
Betriebsführung, unfere Solbaten als auch bie ganze
Gefolgschaft ben herzlichen Dank

aus.Soz. Verwaltung

Kameraden an der Front,

was Jhr braucht, bas schaffen wir! 68
            
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