Einfamilienhaus im Blumenschmuck
sonstiges Gerät gehört nicht direkt an Hauswände
und Zäune gestößt, da nicht bloß Beschädigungen
entstehen, sondern auc das Gesamtbild des Hauses
und damit der Wohnung, stören. Eine schön gestöszte
Holzbeuge an geeignetem Octe verwischt zumeist den
Eindruck nicht.
Dies zu erkennen ist Aufgabe bet Betreffenden
und wird in bet Stunde bet Werks- Wohngemein-
schaft näher behandelt werden.
Einspovungs-Uorschläge.
Vom Akm. Joh. Gg. Witzemann
Es ist noch gat nicht so lange her, ba wurde bie
Gefolgschaft aufgefordert, an bet Ausgestaltung
unserer Werkzeitschrift „Dreihammer" mitzuarbeiten.
Ebenso war in bet Jänner Nummer bet Werkzeit-
schrift zu lesen, daß sic bie gesamte Gefolgichaft für
das betriebliche Vorschlagswesen interessieren soll.
Auch lieft man in den verschiedenen Zeitungen und
vor allem im „Ärbeitertum" über Einsparungen,
Ersparungen usw.
Arbeitskamerad, auch Deine Ideen brauchen
wir — mach’ Vorschläge.
Wenn auch erfreulicherweise festgestellt wurde,
baß nachfolgend Angeführtes nicht gerade überall
zutrifst, fo liegt doch etwas Wahres in ben Rus-
Führungen unseres Arbeitskameraden Witzemann:
„Ich habe DDE einiger Zeit angefangen, alle Hül-
fen, Schuszspulen, Litzen, Lamellen usw. zu sammeln
und zwar nur unter unb neben bem Webstuhl, bei
bem ich augenblicklich putzen ober flugen muszte. Ich
bemerke hierzu nochmals, baß ich über diesen Raum
hinaus nicht ging.
Das Rufkleben unb Sammeln biefer vorher
angeführten Artikel machte ich einen vollen Monat
hindurch u. ergab sich daraus nun folgendes Resultat:
840 Hülsen — alle noch brauchbar, von denen
vielleicht bie Hälfte in bie Rehrrichkiste gewandert
wären, ferner 117 volle Ochußspulen, von denen
wiederum rund 70/ bet Vetwendung verloren gingen,
weil He 511 schmutzig waren, weiter ergab das Sammel-
resultat noch 1486 Lamellen, von denen 891 voll-
kommen gebrauchsfähige waren; enblich noch 51
Litzen (Drahtlitzen) bie mit Ausnahme weniger, alle
zu verwenden sind. Zum Schluß gab es noch der-
schiedene andere Kleinigkeiten, wie Schrauben,
Schraubenmuttern, Unterlagsscheiben ufw. Wenn ich
nun für diese Arbeit täglich 1/4 Std. rechne, fo er-
gibt fich ein Ausfall von 61/4 Stb. im Berichts
monat, welche Zeit täglich beffere Verwendung
finden könnte, abgesehen davon, daß hierdurch ber
Wirtschaft auch noch Schaben entsteht."
Ausschlaggebend ist: Seib sparsam mit Roh-
stoffen unb Rohmaterial welches uns zur Verfügung
steht — das ift Verpflichtung.
Was kommt erft für eine Summe heraus, wenn
man dieses monatliche Sammelergebnis auf ein Jahr
umrechnet. Was finbet man z.B. alles in ber Rehr-
richtkiste: schöner Flug, reines Zettelgarn, Lamellen,
Hülsen, ufw. was wieberum ber Wirtschaft verloren
geht ober aber Arbeitszeit zum Sortieren erfordert.
Ich sage: alles ift nicht zu verhindern, aber was ver-
hindert werben kann, sollt geschehen. Wir müssen
alle zusammenwirken, biefe Uebelstände zu beseitigen,
denn es geht uns alle an, alle ohne Ausnahme.
Den Flug in feinen Behälter, das Zettelgarn
ebenfalls, ben Rehrricht in bie Rehrrichtkiste unb das
anbere noch gebrauchsfähige Material bem Meister
auf bie Werkbank. Jeder Arbeitskamerad möge hier
Ordnung halten, fei et nun Weber ober Stuhlputzer.
Der Gang des Webstuhles ober einer sonstigen
Maschine barf beim Putzen ober Flugen nicht länger
unterbrochen werben, als notwendig ist. Andererseits
barf es aber auch nicht vorkommen, daß zum Flugen
ber Webstuhlober bie Maschine nicht abgestellt werben.
Kameradschaft wie oft lieft unb hört man dieses
Wort unb wie schön unb angenehm ift es, wenn es
verstanden unb danach gehandelt wirb. Ihr wiszt alle,
baß durch Verschwendung von Rohmaterial ber Krieg
verlängert wirb. Arbeitskameraden u. -Kameradinnen,
ber Krieg ift uns nun einmal aufgezwungen worben
unb ift ba, baran können wir nichts ändern unb
wir können nichts anderes tun, als daß wir Arbeiter
bem Staate unb ber Volksgemeinschaft gegenüber
unsere Pflicht auf bem Platze erfüllen, wohin uns
das Schicksal gestellt hat. Dazu gehört auch das
fparfame Umgehen mit jeglichen Rohmaterial. Was
wäre benn, wenn das Rohmaterial ausginge? So
mancher Ktbeitskamerad unb Kamerabin wär ge-
zwungen, anderweitig in Arbeit zu treten unb käme
hierbei vielfach ein weniger ober weiter entfernter
Arbeitsortwechsel in Frage.
3m letzten Weltkrieg 1914/18, ben wohl bie
meisten ber älteren Gefolgschaftsmitglieder auch an
ber Front mitgemacht haben, mußszten mancher Betrieb
im 8. ja auch schon im 2. Rriegsjahr bie Tore
schließen, was im gegenwärtigen Ringen um untere
Freiheit nicht bet Fall ift, weil alle möglichen Er-
sat-Rohstoffe erfaßt werben unb bamit Arbeit unb
Verdienst in ber Heimat bleibt.
Run versteht 3hr mich jetzt schon etwas besser,
warum ich biefe Zeilen schrieb unb hiermit einen
kleinen Raum unferer Werkzeitschrift in Anspruch
nehme. Wohl ift es möglich, daß ich, trotz meines
Willens niemanden weh zu tun, missverstanden werbe,
dann denkt bitte an unsere Betriebsführung, mit
welchen Schwierigkeiten unb mühe fie uns Arbeit
verschafft. Denkt an bie Solbaten an ber Front,
was bie durchzumachen haben, bie tapfer unfere Heimat
schützen, wir alte Kriegskameraden wissen es. Wenn
wir an all dies denken, banm fahren wir mit unferer
Empfindlichkeit u. Gleichgültigkeit ab u. beweisen durch
unferen Einsatz, u. burch Sparfamkeit mit bem Rohmate-
rial, daß wir bie heutige Zeit voll und ganz verstehen. 23