Am S. 9. 1943 starb unsere Arbeitskameradin
Emilie Luger
die durch viele Jahre hindurch als fleißige und allseits beliebte
Arbeiterin in der Zwirnerei Stb. im Einsatz stand. Schon länger
war sie kränklich und konnte nirgends so recht Heilung finden.
Plötzlich verschlimmert sich ihr Leiden und nach kurzer Bettlägerigkeit
schied sie von uns. Wir alle werben ihrer gedenken.
Am 5. 9. 1943 starb unser Betriebspensionist
Johann Florian
im 74. Lebensjahre. Auch er bleibt uns unvergessen.
Am 6. 10. 1943 verschied unerwartet schnell unser Betriebs-Pensionist
Friedrich Fußenegger
der durch 48 Jahre hindurch als Spulerei-Obermeister im Betrieb
tätig unb als solcher in feiner Abteilung sehr beliebt war
Seit 6 Jahren lebte er im wohlverdienten Ruhestand, geehrt
unb geachtet von allen bie ihn kannten.
Und nun liebe Soldaten unb Arbeitskameraden möchte ich vom
eigentlichen Betriebsgeschehen berichten:
Der Betrieb selbst läuft feinen gewohnten Gang, wobei alle
Krbeitskameraden unb Rameradinnen ihr Bestes leisten. Trotz
des Krieges werben stets Verbesserungen an den Maschinen
vorgenommen und es kommen selbst Neueste und Modernste
zur Aufstellung, um bei gleichbleibendem bzw. vermindertem
Rräfteverbrauch bie Leistung zu steigern.
Am IS. 8. 1943 sprach in einem Betriebsappell in Stb. ber
Gauobmann ber DAF Bg. Gieselbrecht zur versammelten Gefolgschaft
über bie dzt. Lage. Er schilderte unter anberem bie
Vorgängein Italien unb betonte hierbei, bafs nun erft recht bie Leistung
und innere Haltung Zeugnis ablegen muffen für das volle
Vertrauen an ben Endsieg.
Für bie Betriebsjugend, RHD-Maiden unb Werkfrauen wurden
einige Schmalfilme vorgeführt, bie allgemeine Anerkennung
fanben unb Sport, Spulung unb Unterhaltendes zeigten.
Infolge zu großen Beanspruchung unserer Werksküche im Gefolgschaftsheim
Oberdorf sind wir gezwungen, bie stillgelegte
Rüche in ber MMüllerstraßze wieber in Betrieb zu nehmen, biefe
ift ebenfalls mit neuzeitlichen Apparaten unb Einrichtungen
ausgestat et.
Wie olle Jahre fo wirb auch heuer wieber eine Unmenge von
Obst aller Art zum Dörren nach Stb. unb Fischbach gebracht.
Bis Ende September warben bereits 50.000 kg Obst gedörrt
biefe Einrichtung ift noch laufend in Betrieb. Von diesen schmackhaften
Früchten ift ein Teil auch für Euch liebe Soldaten bestimmt,
ber von ber Gefolgschaft gern geipendet wirb.
Unsere Froßzanlage für Gemüsebau in ittebrunen unb Gisingen
haben bereits bis Ende August erhebliche Menge Setzlinge
(rund 100.000) unb ein großes Quantum Gemüse für die
Ropisalat.....................16.000 Stück
Kohlrabi .....................10.000 Stück
Karfiol............................... 1.500 Stück
Schnittsalat u.
Spinat ................................1.000 Kg.
Weißkraut ....................7.0.0 Kg.
Röhl .................................3.600 K’g.
Tancold..........................2.200 Kg.
Tomaten ........................ 2.650 Kg.
Gurken..............................2.350 Kg.
Erbjen..............................1.000 Kg.
Karotten .........................1.800 Kg.
Bohnen..............................1.500 Kg,
Rote Rüben ....................1.500 Kg.
Zwiebel.............................450 Kg.
- ein wohl zu beachtender Faktor in ber Belieferung unferer
Gefolgschaftsküchen unb ßager.
Bor kurzer Zeit warben wieber Päckchen abgefanbt unb wir
hoffen, bafs Euch dieselben bei bester Gesundheit erreichen.
Der bei Allen so beliebten „Dreihammer" musste bezüglich
Grösze und Ausstattung leibet etwas eingeschränkt werben, doch
wirb immerhin bas Wichtigste für Euch Atte in verkleinerter
Form erscheinen unb zwar fo lange, als ber Papier-Vorrat
reicht.
Begüntigt durch baS schöne anhaltende Sommerwetter konnte
bas Werksschwimmen unb Sonnenbad einen überaus zahlreichen
Besuch aufweisen. Rund 10.500 Besucher (Befolgschaftsmitglieber
unb beten Angehörige) fanben dortselbst Erfrischung unb
sportl. Betätigung.
Berksmusik, Betriebssport unb Werk-Chor haben am 23. 10.
1943 wieber einmal Gelegenheit Ihr Können unter Beweis
zu stellen, gilt eS hoch an biefem Tag ben scheidenden RHD-Maiden
eine schöne Abschiedsfeier zu bieten.
Unsere Werksfrauen sind emsig am Sammeln von Zigarretten
für Euch liebe Soldaten unb eS sind auch schon Borbereifungen
im Sange, um ben lieben Kleinen unserer Gefolgschaftsmitglieder
zu Weihnachten wieber eine Freude bereiten zu können.
Ruch für unsere älteren Gefolgschaftsmitglieder ift eine kleine
Überraschung vorgesehen.
Am 30. 9. 1943 hielt der Betriebsführer eine Schulung bzw.
politische Ausrichtung aller unserer Block- unb Zellenleute ab.
Damit glaube ich, Euch liebe Soldaten unb Krbeitskameraden
im allgemeinen über baS Betriebsgeschehen unterrichtet zu haben,
welcher Aufgabe ich gerne nachgekommen bin. Wir danken
Euch Allen ür ben Einsatz, ben Ihr zum Wohle unseres Volkes
stets gerne zu geben bereit seid.
Tögen sich doch alle Gefolgschaftsmitglieder im Betrieb an
Euren Leistungen unb festem Siegeswillen ein Beispiel nehmen.
QUir freuen uns immer sehr, wenn wir in ben Briefen unb
Kaiten lesen können, es geht Euch gut.
So wünschen wir Euch Allen weiterhin viel Soldatenglück.
Auf Wiedersehen!
Der Betriebsobmann Der Betriebsführer 50