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Full text : Dreihammer. Werkzeitschrift der Betriebsgemeinschaft F. M. Hämmerle

Hauptfeldw. Sepp Mayer, 7. Dez. 1943:

Das Schicksal hat mich jetzt an die Südfront geschickt.
Nun, glaube ich, habe ich bald alle Fronten durchgekostet.
Aber wir stellen überall unfern Mann, wo wir auch hingestellt
werden. Eine Entehrung rote 1918 darf auf keinen Fall mehr
wiederkehren und sollte es noch so lange bauern.

RAD-1ann Walter Sprattler, 12. Dez. 1943:

Sende Euch bie beften Grüße aus dem schönen RAD-Lager,
 ßier ist es anders als im Betrieb. Zwar kann ich
das dort Gelernte auch brauchen, vielmals ist man ba fein
heraußen. Jetzt erst weiß man, was man gelernt bat. Und aus
diesem Anlasse kann ich nur banken.

Uffz. Ferd. Streitler, Dezember 1943:

Bin feit Anfang September am Balkan, wo roir nun
dauernd im Kampfe stehen mit Tito- und Badoglio- Banden
Das Gelände ift sehr schwierig, hohes Gebirge. Vor allem
ift es aber hier schön roarm, auch jetzt noch. Man kann ruhig
im Meere baden, ohne zu frieren.

Obgefr. Josef Vollmer, 16. ©6t. 1943:

Stehe roeit im Osten unb meine Gedanken weilen gerabe
in ber schönen Heimat im Webereisaal, wo ich ja auch so
manche schöne Stunbe erlebt habe unb hoffe auch, daß sie mal
roieber kommen roerben.

Uffz. Georg Wohlgenannt, 1%. Jan. 1944:

Aber ber „Dreihammer" geht mir sehr ab. Ich benke, er
roirb nicht mehr lieferbar fein. Sonst ift es schon zum Aushalten,
 ba dieser Winter bebeutenb milder ift als ber letzte.
Man lebt unb kämpft in befter Siegeszuversicht.

Liebe Soldaten!

Es vergeht kein Tag, an bem nicht Post von Euch bei
uns eintrifft. Sie roirb von mir, meinen Mitarbeitern unb von
anberen Arbeitskameraden mit großem Interesse gelefen. Besonders
 freut es uns, aus ben Briefen immer roieber zu sehen,
mit welcher Treue bie alten Kameraden an ihrem Betrieb
hängen, tote fie allen Vorgängen im Betrieb ihr größtes Infereffe
 entgegenbringen. Es fall uns allen, bie wir in ber Heimat

 für ben Sieg arbeiten, erfte Pflicht fein, Euc nicht nur
ben Arbeitsplat zu erhalten, fonbern Euc nach bem Siege
in einen Betrieb zu führen, ber neuzeitlicher unb schöner geroorben
 ift. Ruch im Kriege geht hier bie Entwicklung vorwärts.

Wir freuen uns auch, aus Euren Briefen immer unb
immer roieber Eure unbebingte Siegeszuversicht, Euren tiefen
Glauben an bie große Deutsche Zukunft unb Euer unerschütterliches
 Vertrauen zur Heimat sehen zu können. Was
von Eurer Betriebsgemeinschaft aus geschehen kann, um
Euch dies zu erhalten, roirb geschehen. Wenn unfere Soldatenbetreuung
 notgedrungen mit ber Härte des Krieges auch
bescheidener roerben musste, fo sehen wir doch, roie sehr Ihr
biefe anerkennt.

Als eines bet beften Bindemittel zwischen Front unb
Heimat innerhalb unferer Betriebsgemeinschaft hat sich unser
„Dreihammer" erwiesen. Wenn auch er bescheidener unb im
Umfange kleiner rourbe, fo hoffe ich hoch, ihn aufrecht erhalten
zu können.

So wollen wir in unerschütterlichem Kampfes- unb Siegeswillen
 roeiter alle unfere Pflicht tun.

Mit ben beften Wünschen für (Euer Wohlergehen grüße
ich Euc namens ber Betriebsgemeinschaft mit

Euer Betriebsführer:

Heil Hitler !

Das

betriebliche Leistungsertüchtigungswerk.

Um feine betriebliche Arbeit mit Freude ausüben zu
können, bedarf es einer bestimmten Einstellung zu dieser. Man
barf in feiner Arbeit nicht ausschließlich das Tittel zur Bestreitung
 des Lebensunterhaltes fehen, nein, auch der innere
Mensch muh Anteil daran haben Befriebigung in ber Berufsausübung
 zu finben. Dann erft roirb man aufwärts
streben unb in ber Lage fein, für bie fachliche Leistungssteigerung
 persönliche Opfer auf fich zu nehmen. Bringt man
aber Lust unb Siebe unb etwas Idealismus in bie Ausübung
seines Faches hinein, bann roirb man beftrebt fein, tiefer in
bie Besonderheiten seines Beruses einzudringen, um, burch
ideale Erfolge Vertrauen zu fich selbst gewinnend, fich an
Dingen unb Aufgaben zu versuchen, beren mehr ober roeniger
erfolgreiche Bewältigung oon neuem zu weiterem Anreiz für
bie Arbeit an fich selbst roirb. ©er Mangel an entsprechender
Vorschulung läßt leicht in fruchtlose, necoenoerbrauchenbe
Grübelei verfallen, bie nie zum Ziele führt.

Für solche Kameraden unb Kameradinnen bietet bie im
Entstehen begriffene Lehrgemeinschaft unseres betrieblichen
Leistungsertüchtigungswerkes eine günftige Gelegenheit, sich
ein Rüstzeug für bie fachliche Weiterarbeit zu verschaffen.
Nichts Ueberflüssiges, nicht hochstrebende Gelehrsamkeit, sonbern
 theoretischer Stoff, ber im unmittelbaren Zu ammenhang.
mit ber Praris steht, roirb Gegenstand ber gemeinfamen Atbeit
 fein. Nicht Lehrer im Schulbegriff roerben bie Uebungsleiter
 fein, fonbern ortskundige Begleiter auf Wegen, bie wir
gemein am zu suchen beftrebt finb. Diese befonbere Art ber
Unterroeifung zwingt jeden Teilnehmer zur persönlichen Titarbeit,
 überbrückt Alters- unb Vorbildungsdifferenzen und
macht jede Lehrgemeinschaft zu einer vorbildlichen Arbeitsgemeinschaft.
 ©a ein jeder Teilnehmer persönlichen Gewinn
zu verzeichnen hat, wird auch der kommenden Lehrgemeinschaft
ein voller Erfolg beschieden fein. A.F.

Betriebliches Vorschlagswesen.

In der Zeit vom 13. Dezember 1943 bis 31. Jänner 1944

sind aus den Reihen unserer Gefolgschaft 14 Verbesserungsvorschläge

 eingegangen und vom Prüfungsausschuss bewertet:

worden. Davon konnten nachstehende 9 Verbesserungsvorschläge

 prämiert werden:

Arbeitskamerad Huber Edwin, Beamter der Lohn- und

Personalabteilung,

Verbesserungsvorschlag über Vereinfachung der

Kranken-Entgeltverrechnung,

Arbeitskamerad Witsemann Alois, Webmeistergehilfe,

Verbesserungsvorschlag über Zetteltransport zum Web

stuhl in der Rohweberei, sowie

Verbesserungsvorschlag über Spindelstift beim

Webschütsen,

Arbeitskamerad Schilowsky Friedrich, Schlosser, Gisingen,

Verbesserungsvorschlag über eine technische Verbesserung

an der Vorspinnmaschine, sowie

Verbesserungsvorschlag über einen Steckschlüssel für

Vorspinnmaschinen,

Arbeitskamerad Stuppöck Alfons, Anlernling, Lehrwerkstätte,,

Verbesserungsvorschlag über Webkettenverladen,

Arbeitskamerad Christ Viktor, Verwalter der sozialen

Einrichtungen,

Verbesserungsvorschlag über Besteckausgabe in der

Werkküche,

Arbeitskamerad Sohm David, Schlossermeister, Steinebach,

Verbesserungsvorschlag zur Leistungserhöhung an der
Shaping-Hobelmaschine,

Arbeitskameradin Luger Anna, Hilfskraft, Schußspulerei,

Verbesserungsvorschlag für den Garntransport im Winter.

Wer lieber Den Tod erleidet als die Waffen streckt, kann nicht überwunden werden!

Stephan Ludwig Roth 3
            
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