Das Dach als Walmdach ausgebildet ist mit engo-
bierten Biberschwänzen als Doppeldach gedeckt.
Die Gesamtlänge des Gebäudes beträgt 55 m
bei 16 m Tiefe mit einem angebauten Seitentrakt
von 18 m Länge und 16 m Tiefe. Die außerordent-
lich gute Baugrundbeschaffenheit brachte es mit sich,
daß keine künstlichen Fundierungen erforderlich
waren. Das Gebäude ift durch Dehnungsfugen vom
Reller bis zum Dachstock in drei Teile geteilt wor-
den. Olit Lusnahme des Dachgeschosses sind sämt-
liche Geschosse ausgebaut worden und bienen ben
verschiedensten Zwecken. Im Erdgeschoß ift ein Teil
als Lutogarage ausgebildet. Ruf eine gute Rus-
Führung der Fußböden mürbe besonders großer Wert
gelegt, einerseits um warme Böden zu bekommen,
andererseits dieselben möglichst schalldicht herzubrin-
gen. Es murben auf bie vorhandenen Decken 31/2 cm
starke Heraklithplatten aufgezogen, dieselben mit
Korkestrich belegt, worauf bann ber eigentliche
Belag, ber in Linoleum, Eichen-Parkett ober fugen-
losem Steinholzbelag besteht, aufgebracht wurde.
Die Zwischenwände murben ebenfalls mit starken
Heraklithplatten gegen Schallübertragung wirksam
isoliert. Um Allgemeinen murbe barauf gesehen,
möglichst große Arbeitsräume zu erhalten und die-
selben übersichtlich zu gestalten und murben hiefür
mit Rusnahme des Chefbüros Glaswände mit
normalem Fensterglas eingebaut.
Das Rußere des Gebäudes murbe einfach unb
schlicht gehalten unb fügt sich sehr schön in bie
Landschaft unb bie nebenanliegenden Gebäude ein.
Ein Wappenstein über dem Haupteingang ift ber
einzige dekorative Schmuck. — Durch die Rußen-
Haupttreppe, bie in Gmündener Granit ausgeführt
ift, gelangen mir in bie Vorhalle. Als Dekoration
finden wir hier bie Büste des Firmagründers Franz
Martin Hämmerle geb. 1815, geft. 1878. Die Halle
ift mit Solnhofer Matursteinplatten belegt, während
ber Windfangraum unb Türumrahmungen mit po=
liertem Treuchtlinger Marmor bekleibet murben. Die
Haupttreppenanlage ift sehr geräumig unb sind bie
Stufen etc. ebenfalls aus Treuchtlinger Marmor,
deutsch gelb ausgeführt. Ein schönes schmiedeeisernes
Geländer mit Messinghandlauf bildet den Abschluß
gegen ben Treppenhof.
Ein Personenaufzug unb ein Lastenaufzug er-
möglichen ben raschen Verkehr innerhalb des Ge-
bäudes. Für ben Transport von Akten stehen eben-
falls zwei Rufzüge zur Verfügung.
Das Gebäude selbst ift mit allen neuzeitlichen
Einrichtungen versehen worden. Automatische Haus-
telefonanlage, Signalanlagen, elektr. Uhrenanlagen,
Wasc;- unb Garderoberäume, fauitäre Anlagen unb
dergleichen mehr. Eine Transformeranlage mürbe im
Kellergeschoß eingebaut.
Die Heizungsanlage ift als Pumpenwarmwasser-
heizung ausgeführt mit automatischen Schaltgeräten
unb ermöglicht das aus dem Betriebe in großer
Menge anfallende Rondensat für biefe Heizung mieber
auszunützen. Bei großer Kälte mirb Frischdampf
zugesetzt. Die Radiatoren selbst sind ausnahmslos
unter ben Fenstern in Nischen ohne jede Verkleidung
eingebaut unb hat bereits ber vergangene Winter
bewiesen, daß sämtliche Räume gleichmäßig unb gut
beheizt merben konnten.
Die Versorgung von Nutz- unb Trinkwasser
erfolgt auS eigener Quelle unb mußte für diesen
Zweck ein Eisenbetonbehälter im oberen Steinebach
neu erstellt merben.
Die Büroeinrichtungen finb größtenteils neu
angefertigt morben unb entsprechen in ihrer Aus-
Führung bem schlichten Gesamtbau.
Die Zufahrtsstrasze unb Hof-
plätze murben mit einer Teerschotter
becke (Schelmacbelag) befeftigt.
Am Schluffe mirb noch er-
wähnt, baß alle am Bau beteiligten
Gewerbetreibenden ausnahmslos ihr
Bestes hergegeben haben unb so
mar eS möglich, den Bau, ber nun
halb ein Jahr bezogen ift, in
verhältnismäßig kurzer Zeit her-
zustellen.
Felir Rü mmele
Baumeister
In dieser Nummer finb sämtliche
Bilder von W.-Photo J. Beer. 82