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Full text : Die Entstehung von Franz Michael Felders Roman "Reich und arm". Ein "Erwartungshorizont

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sich die Gemeindeausschüsse, die Abrechnung des folgenden

201

Erst¬Jahres
 (1864) nach seinem [FMFS) Kopfe zu halten

mals geriet FMF dadurch in den Ruf, ein Helfer der Armen

zu sein, doch scheinen ihm dies die Dorfautoritäten zunächst

 als Werben um die Gunst der Dorfmajorität angelastet

 zu haben, "weil in unserem Dorf fast lauter Bettler

202
sind", und als Ehrgeiz, in den Gemeinderat zu kommen

Zwei Monate darauf, im März 1864, leistete FMF das erstemal

 offen Widerstand gegen die willkürliche Festsetzung

des Milchpreises durch Gallus Moosbrugger. Dessen Omnipotenz

 hatte er schon im November 1861 in dem sozialkritischen

Gedicht 'Der Katharinentag" glossiert. Am 11. 3. 1864 gab

ihm diese erneute Auseinandersetzung Anlaß zu einer Reflexion

seines sich allmählich etablierenden Berufs als „Mann des

Volkes", ähnlich jener, die er am 24. 4. 1863 bei Erhalt

des ersten gedruckten Bogens des „Nümmamüller“ über sein

203
Dichtertum angestellt hatte

„Ich weiß nicht, welcher Widerspruchsteufel mich regiert.
Mit allen 'goldenen' Kälbern komme ich noch in Händel
denn ich kann nicht mehr anders. Im letzten Herbst dachte
ich zuweilen: 'Bin ich nicht eine Einfalt, ich will immer
zum Wohle anderer reden und niemand will's hören, ich werde
bei denen, die ich verteidige, nicht beliebt, bei den anderen
 verhaßt, wie wohl wäre es mir, wenn ich mich, wie
die andern, auf Vaters Misthaufen stellt und mich um Gott
und die Welt nichts mehr kümmerte'. - So dachte ich wirklich,
 und wenn ein Schoppernauer meine Gedanken gewußt
hätte, so würde er gesagt haben: 'So das ist nun einmal
vernünftig.' Aber des Volkes Stimme ist nicht die des Gewissens.
 Ich will das Meine tun, das macht mich, wenn es
auch sonst keine Früchte trägt, glücklicher, als der Beifall
 und die Zuneigung anderer mich machen könnten. Die
Besseren stehen wenigstens auf meiner Seite und ich erleb
 nichts, was nicht schon andere und Bessere erlebt und
wenn sie Männer waren, männlich ertragen haben, ohne sich
durch solche Armseligkeiten vom rechten Weg ableiten zu
lassen."204

In seinem vorerst „privat" vorgetragenen öffentlichen

Einsatz ist er also bereits so weit gegangen, daß eine

Alternative für ihn ausgeschlossen ist. Seine Kritik hat bereits

 Gruppenbildung in der Bevölkerung gezeitigt, ein ur¬-

 98 -

sich die Gemeindea sse, A hnung des folgenden

2
Jahres (1864) nach seine [ Fs] Kopfe zu halten . Erstmal

 geriet FM rch i f, i Helfer der Ar n

zu sein, doch scheine ih di Dorfa t rit t zunächst

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zu ohle anderer reden und niemand will's hören, i rde
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