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Full text : Die Entstehung von Franz Michael Felders Roman "Reich und arm". Ein "Erwartungshorizont

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erhoben. Die historische Semantik als Klärungsinstanz

und als eines der tragfähigsten Elemente zwischen den

oben genannten literaturwissenschaftlichen Positionen

ist in die Literarhistorie nicht ernsthaft eingeführt.

Jauß hat hinlänglich auf die Willkür in Auswahl und

Anordnung des Stoffes in literarhistorischen Werken hingewiesen.

 Die gängigste Darstellungsart ist weiterhin

die Chronologie "großer" Autoren nach dem Schema „Leben

und Werke"; „kleinere Autoren kommen als "Sonstige" in

die (kleingedruckten) Zwischenräume. Ein „Zeithintergrund"

 wird aufgerollt; Epochengrenzen werden nach selten

 geklärten Kriterien - meistens analog zu einschneidenden

 politischen Ereignissen oder nach geistesgeschichtlichen

 Leitbegriffen oder einfach in bezug auf die Zahlen

reihe (Jahrhundertgrenze) - angesetzt. Nur literaturfähiges

Material wird verarbeitet. Daß damit - ebenso wie mit einer

unabgeklärten Terminologie - ein vielseitig verwendbares

Instrument zur Einkleidung politischer (nationaler, regionaler,

 sozialer, religiöser, ideologischer) Kollektivbekenntnisse

 geschaffen ist, mit dem Autoren und Werke fast

beliebig re-aktualisiert, psychologisch aufgezäumt werden

können, bewirkt den schlechten Ruf des Metiers. Jede "Renaissance"

 ist unter dem Aspekt einer möglichen Scheinaktualisierung

 zu sehen und zu prüfen. Die Ausgliederung

von Einzelfiguren oder geistigen Oligarchien aus dem literarisch

 sich artikulierenden Gesellschaftsverband, ihre

Ausstattung mit einer fragwürdigen, vom Außerliterarischen

her begründeten Repräsentanz, wird oft genug als Platzfrage

gerechtfertigt und ist ein Verfahren, das dem Bedürfnis

des Lesers nach profilierten Leitfiguren entgegenkommt.

Die Schwierigkeiten bei der Entwicklung einer brauchbaren

 literarhistorischen Terminologie und Stoffanordnung

treten unter einer Rücksicht besonders deutlich zutage:

in der jeweiligen Einschätzung des Stellenwerts von

Synchronie und Diachronie.“ Werkinterpretation und historisch

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er n. ie Se ntik als sinstanz
u   eines der tragfähigsten Elemente zwisc n
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ist in die Literarhistorie nicht ernsthaf ei hrt.

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gerechtfertigt und ist ein Verfahren, das de dürfnis
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