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Realismus im 19. Jahrhundert ausgesucht. An eine erschöpfende
Analyse ist nicht gedacht, sondern an die
Hervorhebung typischer terminologischer, aufbaumäßiger
und stilistischer Verschiedenheiten.
Beispiel 1: Ernst Alker: Die deutsche Literatur im
19. Jahrhundert (1832-1914). Stuttgart
2/1962 (1. Aufl. 1949-1950). (= Kröners
Taschenausgabe 339).
7E
"Das neunzehnte Jahrhundert, wesenstümlich nicht früher
als mit dem Sturz Napoleons I. beginnend und erst um
1830 voll entfaltet - ungefähr abgeschlossen durch die
Nachwirkungen des Weltkrieges von 1914 bis 1918, in
mancher Beziehung aber erst 1933 beim Ausbruch der geistig
fast drei Menschenalter lang vorbereiteten Revolution
des Nihilismus -, war eine Epoche, in welcher das
Schicksal Europas und der Welt in ganz neue Bahnen rollte.
I...] Ein Jahrhundert, das kein Rasten und Verweilen
kannte, nichts vom unendlichen Segen der Ruhe, vom Sinn
der als Tradition ererbten Sitte wußte, das sich selbst
dem Moloch Zeit opferte, den es zum Gott und Götzen erhoben
hatte. Nicht an fruchtbaren und ordnenden Fermenten
mangelte es der Epoche, ihr Verhängnis lag viel eher in
einem Schöpfertum, das häufig ins Leere stieß oder wenigstens
bis auf weiteres vergeblich gewesen zu sein schien,
in einem teilweisen Verharren, das unlebendige Konvention
geworden war.
253.
"Im neunzehnten Jahrhundert entwickelten sich realistische
Erbmassen der Vergangenheit, welche früher nicht
oder kaum feststellbar gewesen waren, zu selbstverständlichen
Lebensformen. Tiefste Ursache dieses raschen Wachstums
war eine Veränderung des geistigen Klimas, welche
ihrerseits wieder bedingt wurde durch eine Veränderung
der Seelenlage.
Große Zeiteinheiten werden in diesen Textstücken grundsätzlich
mit einem „Wesen" ausgestattet, personifiziert,
nahezu allegorisiert, schließlich mythisiert. Aus Pluralbildungen
und indefiniten Gebrauch bei den Substantiven
resultiert an sich Unanschaulichkeit ("die Nachwirkungen
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Reali s i . t t. rsc
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