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Georg Vonbank“ war er während der sechziger Jahre einer
der wirkungsvollsten politischen Publizisten von ultramontaner
Seite in Vorarlberg, von den Bischöfen Feßler und
Amberg offenbar mit Vorliebe in der religiösen Betreuung
junger Intellektueller und bei ideologischen Streitsachen
eingesetzt. Seine Tätigkeit in Au/Rehmen dürfte ihn mit
dem um vier Jahre jüngeren KM zusammengebracht haben, der
1855 seine iuristischen Studien in Innsbruck beendete.
Schon damals scheint Berchtold KMs kirchenkritische Einstellung
kennengelernt zu haben, ihre Bekanntschaft und Korrespondenz
setzte sich trotz nahezu unüberwindlicher Meinungsverschiedenheiten
bis mindestens 1868 fort. Die erhaltenen Dokumente
vergegenwärtigen die in jenem Jahrzehnt aufgebrochenen
weltanschaulichen Gegensätze auf hohem intellektuellen
Niveau und exemplarisch für die Situation in Vorarlberg.
Wohl auf bischöfliche Weisung veröffentlichte Berchtold
im Oktober 1861 eine einundsiebzig Seiten lange Broschüre
in Dialogform: "Der Liberale und der Katholik. Freie Gedanken
über das 'freie Wort zur religiösen Frage an die Vorarlbergerals
Antwort auf eine von Wien aus in Vorarlberg
verbreitete anonyme Streitschrift gegen das Kon¬40
kordat und gegen die Vorarlberger Petition. Als Verfasser
der letztgenannten Schrift nennt KM am 14.7.1967 gegenüber
FMF seinen Freund und Mitinteressenten am Schicksal der
Wiener Arbeiterbewegung, den aus Bludenz stammenden und
in Wien tätigen Realschullehrer Lorenz Mayer. Weder Mayers
Schrift noch KMs Reaktion auf die Berchtoldsche Broschüre
lassen freilich die künftige Hinwendung zur Arbeiterbewegung
und Distanzierung von der „liberalen Bourgeoisie", die beide
um das Jahr 1864 vollzogen, erkennen; beide gaben sich
noch als überzeugte Liberale. - Sein Exemplar der Berchtoldschen
Broschüre sandte KM mit zahlreichen - numerierten
Randglossen an den Verfasser zur Stellungnahme zurück, dieser
äußerte sich dazu in derselben numerierten Reihenfolge
in seinem Brief an KM vom 8.2.18612], dem auch das rückge¬-
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