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Full text : Die Entstehung von Franz Michael Felders Roman "Reich und arm". Ein "Erwartungshorizont

Die Vorstellung eines
"rein katholischen Landes"

 ist schon deshalb
eine Illusion, weil ein
großer Teil der Katholiken
 nur der aufgezwungenen

 Form genügt, also
Scheinkatholiken sind.
(B,43, M referierend).

(Ethik,

Recht muß nach liberaler
Auffassung auf dem "Interesse"
 jedes einzelnen
beruhen, davon leitet
sich dann das "öffentliche
 Interesse" her (B,55
-56, M,12 referierend).
Das Interesse der Massen

 muß berücksichtigt
werden (B,57).

Die moderne Philosophie
hat hohe menschliche Qualitäten
 zutage gefördert
und eine praktikable humanistische
 Ethik entwickelt,
 die eine Verfeinerung
 des Gewissens und
der Unterscheidung zwischen
 Gut und Bôse ermöglicht.
 (M, von B,50
referiert).

Wahrheiten sich erweitern und
vertiefen kann. (B,49, Anm.B,29).

Zwischen "Scheinkatholizismus und
äußerlich - vor der Welt - vollzogenem
 Abfall ist ein entscheidender
 Unterschied. „Innerer Abfall"
 ist noch leichter korrigierbar.
 Früher oder später - "besonders
 auf dem Todbette - eilen
solche glaubensschwache, ja vielleicht
 längere Zeit innerlich völlig
 abgefallene Menschen "in der
Regel dem katholischen Glauben
wieder in die Arme (B,44).

Moral, Recht)

Recht beruht auf historischer
Überlieferung. Recht bedeutet
für den Liberalismus nur sein
eigenes Interesse, nicht das des
anderen. Dieses wird z.B. sehr
stark von privatem ökonomischem
Interesse vorherbestimmt. Die liberale
 Anschauung von Privatrecht
läßt jede egoistische Deutung zu,
in Verbindung mit dem Interesse der
Massen öffnet sie der Revolution
Tür und Tor (B,55,56). Auf der

anderen Seite schützt sie die Sorge
für das Masseninteresse nur vor, um
alle Macht in den Händen weniger zu
vereinen (B,57).

Nur Religion kann eine Ethik begründen,
 "Geist und Willen des
Menschen in Schranken halten
nur wer die Grundsätze der Religion
einhält, ist auch mit seinem Gewissen
 im reinen. Für Deisten, Atheister
(vom Schlage Voltaires), Pantheisten
Materialisten usw. gibt es keine
Verpflichtung, sich einer menschlichen
 Obrigkeit unterzuordnen, denn
sie predigen ja die Gleichheit aller
Menschen. Für den modernen Philosophen
 sind alle, auch die "bösen'
Tatsachen Teil einer natürlichen

Evolution und daher gut und gerecht
(B,47,49-50).

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