oler
- 155 -
Ultramontanismus getroffen. Man sucht sich in der gegnerischen
Diktion firm zu zeigen, ergeht sich in super
lativischer Sprechweise, Durchhalteparolen, wirft sich
gegenseitig Einseitigkeit, Unlogik, "Rabulistik", Überalterung,
geheime Verschwörung und Infiltration, Durch¬44
brechung von Gesetz und Ordnung, Proselytenmacherei vor
Fehlleistungen einzelner werden auf die ganze gegnerische
Anschauung übertragen, Historische Daten werden tendenziös
abberufen, eigene und gegnerische Autoritäten zieht man
zur Bestätigung vorgefaßter Überzeugung und Befürchtungen
46
heran
Am 8.12.1864 verschärfte Papst Pius IX. den Kampf der
Kirche gegen die Säkularisierung durch die Versendung des
„Syllabus", einer Sammlung von (bereits früher verurteilten)
Zeitirrtümern, an alle katholischen Bischöfe. Die verurteilten
80 Thesen sind mit Quellenangaben in 10 Abschnitte
gegliedert: 1. Pantheismus, Naturalismus, absoluter Rationalismus;
2. gemäßigter Rationalismus; 3. Indifferentismus;
4. Kommunismus, geheime Gesellschaften, Bibelgesellschaften;
5. Irrtümer über die Kirche und ihre Rechte; 6. Irrtümer
über die bürgerliche Gesellschaft an sich und ihre Beziehungen
zur Kirche (u.a. Trennung von Kirche und Staat); 7. Irrtümer
über die natürliche und christliche Moral; 8. Irrtümer
über die christliche Ehe; 9. Irrtümer über die weltliche
Herrschaft des Papstes; 10. Irrtümer, die mit dem modernen
Liberalismus zusammenhängen (besonders Kult- und Meinungs
freiheit). - Ziel des Syllabus war, gegen Laizismus, naturalistische
Auffassung der Religion und Verabsolutierung des
staatlichen oder menschlichen Willens als göttliches Gesetz
47
zu protestieren.
Der Syllabus beruhte weder auf Kathedralentscheidung, noch
war er vom Gesamtepiskopat zur unfehlbaren Lehrentscheidung
erklärt, noch gab es genaue Vorschriften über den Grad der
Zensurierung. Selbst von zeitgenössischen Theologen wurde
sein Erscheinen bedauert. Für die amtierenden Bischöfe wurde
/
- 15 -
Ultr ntanismus getrof en. an sucht sich in r
ne n iktion firm zu zeigen, ergeht sich in superlativischer
Sprech , rchhalteparolen, wirft sich
gege Einseitigkeit, Unlogik, "Rabulistik", Üb
alterung, geheime Ve örung und Infiltrat , Durc
brec v u nung, roselytenmacherei
vor4
.
Fehlleistu einzelner wer f rische
A auung iibertragen, rden tendenziös
ab
fen45,
eigene und gegnerisch t ie t mn
zur Bestätigung vorgefaßter Überzeug u rchtungen
her 46.
A 8.12.1864 verschärfte IX. den Ka pf der
Kirc ge Säkularisierun durc die Ver ung des
"Sy labus", einer Sam lung von (bereits früher verurteilten)
Zeitirrt , a a le katholischen Bisc . rteilten
80 Thesen sind mit Que lena n 1 nit e
gegliedert: 1. Pantheismus, Natur s, R ti
nalis ; 2. gemä r tionalismus; 3. ifferentismus;
4. Kom unismus, geheime Ges llschaften, Bibelgesellschaften;
5. I rtü üb i Ki d i re echte; 6. er
übe die bürgerliche Gese lschaft an sich und ihre Beziehunge
zur Kir (u.a. Tren g on irche und Sta t); . rrtü
r er ie l d c ristl ral; . I r
üb c ristliche E ; 9 Irrtü er ie ltliche
Herrschaft des Papste ; 10. Irrtümer, die mit dem mod en
Liberalismus zusam hängen (besonders ult- i ungsfreiheit).
- Ziel des Syllabus war, gegen Laizis s, t listische
Au fass erabsolutierung des
staatlichen oder me lichen Willens als göt liches esetz
. 47
zu pr i
De Syllab beruhte we r l tscheidung, och
war er vorn G iskopat zur l aren rentscheidung
erklärt, noch gab es genaue Vorschrift üb d rad der
Zensuri Selbst von zeitgenö sischen The urde
sein Erscheine beda Für die amtiere fe urde