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Full text : Die Entstehung von Franz Michael Felders Roman "Reich und arm". Ein "Erwartungshorizont

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auch auf Felder in derselben Richtung, wie auf mich gewirkt

haben, beziehungsweise haben sie seine Richtung nach links
verstärkt. Wäre Pfarrer Stokmair hier geblieben oder ein

Nachfolger wie etwa Kurat Herzog in Rehmen gekommen, so

wäre die Gestalt des alten Pfarrers in den Sonderlingen anders

 ausgefallen. Wie mir Felder einmal erzählte, habe Herzrg

 sich zu ihm geäußert, er hätte als Pfarrer von Schoppernau

 die Sache anders angefaßt, er hätte sich in freundschaftliche

 Verbindung mit ihm gesetzt, hätte zu vermitteln gesucht,

 hie u. da hätte Felder, hie und da er, Herzog nachgeben

 müßen. Daß auf solche Weise etwas zu erreichen gewesen

wäre, scheint mir aus manchen Äußerungen Felders hervorzugehen"193


- Es ist nicht ausgeschlossen, daß vor allem infolge

 von Herzogs Haltung FMF im Sommer 1867 von einer

Eskalation seines Falles absah und die Prozeßsache mit

schwindendem Elan betrieb.

Erste Anzeichen erneuter Unruhe gab es anfangs Oktober

1867 mit der Ankündigung von Gemeindeausschußwahlen für

den 10. November, eben als FMF seine Arbeit an RA nach der

194
Sommerpause wieder aufnahm Erstmals war geheime Wahl angeordnet,

 erstmals standen auch in der Gemeinde zwei wahlwerbende

 Parteien einander gegenüber. Teilweise gehen die

neuen Animositäten sicher aufs Konto der fast vollkommenen

Unerfahrenheit im praktischen Vollzug der Demokratie. Von

ultramontaner Seite wurde ein Spottgedicht auf FMF an Kirche,

 Laden und Kaufhaus von Schoppernau angeschlagen, das

Rüscher jedoch, um keinen Anlaß zur Unruhe zu geben, einzog,

 ohne freilich ein starkes Aufsehen verhindern zu kön¬195


nen . Rüscher selbst hat zu dieser Zeit möglicherweise

daran gedacht, die Geschichte der "Felder-Angelegenheit'

196

- Auf seine,
aus seiner Sicht gedruckt zu verbreiten

FMF nicht immer gelegene Art trug auch der Uhrenmacher zur

Aufheizung des Wahlkampfes bei, welcher ja im Zeichen des

gefährdeten Konkordats geführt wurde: sollte Rüscher ihn

nicht ohne Beichte trauen, so würde er "kurz und gut Pro¬-

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au in derselben Ric ,   ich e irkt
hab bezi s eise haben sie seine ichtung nach links
verstärkt. Wäre f rr r t air hier geblieben oder ein
Nachf l er wie etwa Kurat Herzog in Rehmen ge men, so

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 hie u. da hätte Felder, hie und da er, Herzog nachgebe
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wäre, scheint mir aus manchen Äußer en l r ­
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- Es ist nicht ausgeschlo sen, daß vor a lem infolge
 von Herzogs Haltung FMF im So er 1867 von einer
Eskalati seines Fa les absah und die Proze e it
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. Erstmals war geheime Wahl angeordnet,
 erstmals standen auch in der Gemeinde zwei wahlw
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