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Durch diese Parteinahme dürfte der Dorfgemeinschaft erstmals
ein wichtiger moralischer Halt, die gemeinschaftlich
repräsentierte Humanität, verlorengegangen sein, welche die
Kontrahenten bisher vor dem Äußersten zurückschrecken ließ.
Die Aufregung steigerte sich in der Folge zu unbeherrschten
242
Für die
Gemütsausbrüchen einzelner und ganzer Gruppen
Neuwahlen mußte der Gemeindeausschuß nun tatsächlich das
Schlimmste befürchten, manche wünschten förmlich
eine Lösung durch eine allgemeine Schlägerei; besonders/
wenn "die Neuen" siegen sollten, sei diese ohnehin nicht zu
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vermeide
und das zögernde Gericht wäre dann endlich
zum Einschreiten gezwungen. Mit der wachsenden Verzweiflung
an einer gütlichen Beseitigung des Konflikts, die sich schon
im Vorjahr angedeutet hatte, verband sich also der Ruf nach
einer von außen eingreifenden Ordnungsmacht. - FMF, der wieder
in die Wahlkommission bestellt war, beantragte (wie es
scheint vergeblich) die Berufung einer gerichtlichen Kommis¬244
- Bei der Beerdigung
sion zur Überwachung des Wahlgangs
des Pfarrers Raidt am Tag nach der Predigt setzte Rüscher
der in Au versammelten Geistlichkeit des Bregenzerwaldes -
darunter Berchtold - und dem Bezirksvorsteher seinen Standpunkt
auseinander und rechtfertigte sein Eintreten für den
Rößlewirt abermals mit der Behauptung, daß der Uhrenmacher
24
Erstmals
sich im Hinblick auf die Wahl nur verstelle.
scheinen sich bei dieser Gelegenheit Mitbrüder kritisch gegen
ihn geäußert zu haben, und auch Müller wollte nach einer
Mitteilung des Auer Rößlewirts an FMF Rüschers Standpunkt
246
nicht mehr teilen
Vier Tage vor der Wahl, am 22.1.1868 konstatierte FMF:
"Die Wahlbewegung wächst furchtbar. Viele sagen, es könnte
am Sonntag schlimm zugehen, die eine Hälfte des Dorfes steht
der andern gegenüber. Uns halten die Frommen für Diebe, Spitzbuben,
Gottesleugner, und eine andere Partei will uns an die
Spitze der Gemeinde stellen, damit wir diesen Lügenpfarrer
fortbringen. Verwirrung und Unklarheit hier, Fanatismus dort.
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