accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text : Die Entstehung von Franz Michael Felders Roman "Reich und arm". Ein "Erwartungshorizont

195 -

Durch diese Parteinahme dürfte der Dorfgemeinschaft erstmals

 ein wichtiger moralischer Halt, die gemeinschaftlich

repräsentierte Humanität, verlorengegangen sein, welche die

Kontrahenten bisher vor dem Äußersten zurückschrecken ließ.

Die Aufregung steigerte sich in der Folge zu unbeherrschten

242

Für die
Gemütsausbrüchen einzelner und ganzer Gruppen

Neuwahlen mußte der Gemeindeausschuß nun tatsächlich das

Schlimmste befürchten, manche wünschten förmlich

eine Lösung durch eine allgemeine Schlägerei; besonders/

wenn "die Neuen" siegen sollten, sei diese ohnehin nicht zu

243
vermeide

und das zögernde Gericht wäre dann endlich

zum Einschreiten gezwungen. Mit der wachsenden Verzweiflung

an einer gütlichen Beseitigung des Konflikts, die sich schon

im Vorjahr angedeutet hatte, verband sich also der Ruf nach

einer von außen eingreifenden Ordnungsmacht. - FMF, der wieder

 in die Wahlkommission bestellt war, beantragte (wie es

scheint vergeblich) die Berufung einer gerichtlichen Kommis¬244



- Bei der Beerdigung
sion zur Überwachung des Wahlgangs

des Pfarrers Raidt am Tag nach der Predigt setzte Rüscher

der in Au versammelten Geistlichkeit des Bregenzerwaldes -

darunter Berchtold - und dem Bezirksvorsteher seinen Standpunkt

 auseinander und rechtfertigte sein Eintreten für den

Rößlewirt abermals mit der Behauptung, daß der Uhrenmacher

24

Erstmals
sich im Hinblick auf die Wahl nur verstelle.

scheinen sich bei dieser Gelegenheit Mitbrüder kritisch gegen

 ihn geäußert zu haben, und auch Müller wollte nach einer

Mitteilung des Auer Rößlewirts an FMF Rüschers Standpunkt

246
nicht mehr teilen

Vier Tage vor der Wahl, am 22.1.1868 konstatierte FMF:
"Die Wahlbewegung wächst furchtbar. Viele sagen, es könnte

am Sonntag schlimm zugehen, die eine Hälfte des Dorfes steht

der andern gegenüber. Uns halten die Frommen für Diebe, Spitzbuben,

 Gottesleugner, und eine andere Partei will uns an die

Spitze der Gemeinde stellen, damit wir diesen Lügenpfarrer

fortbringen. Verwirrung und Unklarheit hier, Fanatismus dort.

f

- 19 -

Durc diese Partei e der Dor einschaft erstm
 i i lischer alt,   i schaftlich
repräsentierte Huma t, v gegangen sein, elche die
Ko t t n vor de ßersten zurückschrecken ließ.
Di fregung steigerte si d F   errschten
Ge tsausbrüchen einzelner und ganzer rup

en2

. Für d
Ne hlen mußte der Gemeindeausschuß nu tatsächlich das
S limmste befürchten, manche wünschten för lich
eine Lö g urch eine allge eine Schlägerei; esonders,
w n ie euen" siegen sollten, s i ehin nicht u

r i

n243,

und das zögernd Geric w n l
zu t gez n.   wa den erzweiflung
an einer gütliche Bes s nflikts, i s n
im ahr gedeutet hat e, and sich f ach
einer von außen eingreifenden Ordnungs t. - F ,   ­
der in die Wahl mission bestellt war, beantragte (wie es
scheint vergeblich) die Berufung einer gerichtlichen Kommi -

24
sion zur Überwac lgangs . - Bei der B erdigun
de Pfarrers Raidt am g ach der redigt   R er
der in Au versa elten Geistli i Br zerwaldes -
darunter Berchtold - und de i Sta ­
pu i ander und rechtfertigte sein intreten für en
Rößle irt aber mit der Behauptung, daß der Uhrenma r
sich im lick uf ie ahl nur verstelle.

2 5

Erst l
schei sic bei dieser Gelegenheit i er rit gege
 ihn geäußer zu ha u h ül er wol te ach einer

i teilung des Auer Rößlewirts an FMF rs kt
nicht mhr

teilen246.
Vier Tag vor der Wa a . 68 i rte F F:
"Die ahlbewegung wächst furchtbar. Viele sagen, es önnte
a onntag schlim zugeh n, die ine Hälfte des Dorfes teht
der andern gegenü U lte die Fro en für iebe, i ­
bub , sleugner, und eine andere Partei will uns an die
Spitze der Ge inde stel e , d it   pfar er
fortbringen. Verwirr d nklarheit hier, atismus dort.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.