Ritlien
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des „einheitlichen Kerns beinahe aller modernen Geschichten
aus klerikaler Sicht gibt Lukas: „Der Geschlechtstrieb, genannt
Liebe, stößt auf Hindernisse. Er wirft nun heldenmüthig
alle göttliche und menschliche Ordnung über den Hau¬„20Literaten
vom Typ Eckfen,
um zum Ziele zu gelangen.
steins sahen im Feuilletonroman eine literarische Verfallserscheinung:
„Das Interesse des Publikums für diese Gattung
des modernen Schriftthums kann unmöglich ein ästhetisches
sein; es handelt sich hier im besten Falle um das rohe stoffliche
Interesse, um den Nervenkitzel und um das kindliche
Vergnügen am Räthsellösen. 1... I Solche Kunststücke gehören
begreiflicherweise nicht mehr in die Literatur. "0 Lukas
forderte unter Berufung auf Lassalle, wenn auch mit fast
völlig entgegengesetzter politischer Zielsetzung folgerichtig
die Trennung des Politischen vom Sozialen, also des politischen
Teils vom Feuilleton: „Wenn aber die Entziehung
der Inserate dem Messer des Journalismus schon die Spitze
abbräche, so würde ihm die Trennung vom Socialen überhaupt
vollends die Klinge entzweischlagen."40s
(Kalender)
Schon durch den Erscheinungsabstand von einem Jahr und
durch seine Anlage war innerhalb der periodischen Presse
der Kalender das konservative Gegenstück zum Feuilleton.
20
Seine Funktion als Informationsmittel hat FMF in AML aus
führlich dargestellt. Über die ursprünglich volksaufklärerische
Bedeutung des Kalenders, die sich seit etwa der Wende
vom 18. zum 19. Jahrhundert parallel und in Wechselwirkung
zur Belletristik der Bauernaufklärung auswirkte, war er
sich im klaren. Jene vier Autoren, die seiner eigenen literarischen
Tätigkeit die entscheidenden Anfangsimpulse versetzten,
waren alle gleichzeitig Kalendermacher: Heinrich
Zschokke, dessen "Goldmacherdorf" in den „Sonderlingen" kon¬205
fliktbildendes Requisit ist
,hatte den "Schweizerboten"
schon 1798 gegründet; durchgehend erschien dieser von 1804
bis 184820
; Jeremias Gotthelf hatte von 1839 bis 1844 die
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