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Full text : Die Entstehung von Franz Michael Felders Roman "Reich und arm". Ein "Erwartungshorizont

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daß in Eurem Verhältnis das Sentimentale vom Naiven jedenfalls

 mehr zu profitieren hat, als dieses von jenem. Mir

kommt die Hildebrandsche Sentimentalität beinahe wie Romantik

 vor, hoffe aber, daß sie Dir nicht schadet, selbst

wenn Du mit ihm auf Reisen gehst. Etwaigen Überreizen gegenüber

 wird Deine Natur das Gleichgewicht schon wieder

finden. Immerhin aber wäre es vielleicht besser, wenn die

„278a
Überreize gar nicht stattfänden.

Zu (7) "Geschichte und Zeitereignisse": Auf historische

Darstellungen in den von ihm gelesenen Familienzeitschriften

 kam FMF nur einmal ausdrücklich zu sprechen, als er,

um seine gute Beziehung zu Keil zu rechtfertigen, KM die

Lektüre eines Artikels von H.v.C. [?] empfahl: "Auch aus
der guten alten

Zeiteine Paraphrase der regelmäßigen

historischen Betrachtungen „Aus der guten alten Zeit"

deren Einleitung - eine Attacke gegen das Römische Recht
verglich er mit KMs Rechtsauffassung in der „Klarstellung"a

Doch ist kein Zweifel, daß er, der etwa begeistert aus Leipzig

 von einer Fahrt zur Wartburg berichtete, und, wie man

weiß, "ergriffen" vor den Gräbern Schillers und Goethes in

Weimar stand und begeistert an den Veranstaltungen des von

Franz Pfeiffer ins Leben gerufenen Leipziger Germanistenklubs

 teilnahm, die man historisierend "Vogelweiden" nann

te, die überaus zahlreichen Darstellungen aus Deutschlands

Vergangenheit oder Berichte von Schlachten, Revolutionen

usw. regelmäßig gelesen hat.

Der Erscheinungsabstand von einer Woche bis zu einem

Monat ließ in den Familienzeitschriften keine aktuelle Berichterstattung

 zu. Darin besteht ein hauptsächlicher Unterschied

 zum Feilleton. Das bedeutete eine grundsätzliche

Distanz gegenüber zeitnahen Ereignissen, die noch dadurch

vergrößert wurde, daß man Jüngstvergangenes historisch monumentalisierte

 und gleichzeitig weit Zurückliegendes als

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"Denkmal" der eigenen Vergangenheit verewigte

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