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Full text : Die Entstehung von Franz Michael Felders Roman "Reich und arm". Ein "Erwartungshorizont

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zeit mit heftigsten Angriffen auf die liberale Presse verbunden

 waren, in denen die oben gezeichnete polemische

Rhetorik voll zum Tragen kam, versteht sich von selbst.

Molitor konzentriert sich auf militärisch-strategische

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Bildlichkeit, Lukas strapaziert wiederholt die Giftmetapher

Hammer nennt die liberale Presse "eine Läusekrankheit, die

an der heutigen Gesellschaft nagt und sie am Ende vielleicht
gar

auffristUngleich stärker als etwa bei Wuttke ist

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- Sachlich knüpft Lukas
auch der antisemitische Affekt

in seiner Preßkritik an Lassallesche Charakterisierungen an,
indem er zwischen zwei „Hemisphären“ der „Versimpelung“10

unterscheidet: (1) einer sittlichen, bestehend in "Verwilderung

 des Geschmacks" und moralischem Ruin. Darunter fällt

auch die von allen kirchlichen Preßkritikern einhellig verurteilte

 periodische Unterhaltungsliteratur. (2) Eine intellektuelle,

 bestehend im „Ruin der Literatur und des Menschenverstandes".

 Die Illusion der Bestätigung des Vorwissens

 ("zweiter Zirkel") begründet dabei Lukas im Gegensatz

zu Lassalle mit Autoritätsverlust, schrankenloser Volkssouveränetät,

 deren Niederschlag in der öffentlichen Meinung

 er folgendermaßen karikiert: „Der Menschenverstand

aber wird dadurch ruinirt, weil der Begriff eines richtenden

 Publikums wesentlich mit dem Philisterium zusammenhängt.

Der Philister weiß alles, begreift alles, redet von allem,

urtheilt über alles. Denn die Zeitungen erzählen ihm von
allem und berufen sich auf sein Urtheil"

Sachliche zeitgenössische Erörterungen über die Funktion

 und den Wert einer parteilich oder weltanschaulich gebundenen

 Presse gibt es kaum. Man berief sich affirmierend

auf die Notwendigkeit der jeweils eigenen Organe. Einzig

Wuttke hat darauf hingewiesen, daß eine kritische Orientierung

 auch aus dem wechselseitigen Vergleich von Partei¬Zeitungen

 möglich ist, sofern man eine Nachricht einigermaßen

 von ihren weltanschaulichen Implikationen zu abstrahie

ren vermag. Diese Möglichkeit gab es in Vorarlberg seit dem

Erscheinen des "Vorarlberger Volks-Blatts" im Juli 1866.

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zeit mit heftigsten Angri f ie   ­
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