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Full text : Die Entstehung von Franz Michael Felders Roman "Reich und arm". Ein "Erwartungshorizont

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Ähnlich wie Lassalle, dessen Rekurs auf Hegel ihm bekannt

war, fand er dafür wiederholt allegorisierende Umschreibun
gen: „Geist unseres

Jahrhunderts"190"Richterstuhl der

öffentlichkeit". "Nichts auf der Welt achtet und fürchtet

der gewöhnliche Dorfbewohner mehr als die öffentliche

Meinung, ihr gelingt auch das, was aller geistlichen und

weltlichen Beredsamkeit unmöglich wäre, die Eigensinnigsten

 kann sie umstimmen, und der Stolzeste unterwirft sich

endlich dem harten Urteile, welches die Allmächtige über
ihn gefällt

hat."49- Überaus zahlreich sind in seinen

Briefen und Erzählungen die immer aufs Allgemeine gezielten

 Anspielungen auf öffentliche Meinungsäußerungen. Begreiflicherweise

 stand für ihn die konservative Variante,

die repräsentative Dorfmeinung im Mittelpunkt; deren Über

macht hatte er, der aus den ihm vorgeschriebenen Rollen

seit spätestens 1858 herausgefallen war, in allen Schattierungen

 kennengelernt (erster Aspekt). Was hier an Analysen

des Stils und Sprachgebrauchs im engeren Lebensumkreis FMFS

durchgeführt wurde, hatte auch den Sinn, nach der sprachlichen

 Vorgegebenheit der öffentlichen Dorfmeinung zu fragen.

 Seinen Kampf gegen Rüscher sah FMF exemplarisch als

Kampf gegen spontane oder gelenkte öffentliche Vorurteile

an. In dessen schwierigsten Phasen wandte er sich ausdrücklich

 - durch Gerichte und Zeitungen - an den „Richter
stuhl der

öffentlichkeit"490in deren Unabhängigkeit erblickte

 er ein wichtiges Ziel seines publizistischen Wirkens

(dritter Aspekt). Seit etwa Beginn der sechziger Jahre begann

 er auch bewußt "öffentliche Meinung zu machen", er

forcierte die Lesetätigkeit im Familien- und Freundeskreis,

beteiligte sich an den zunehmend programmatischen Diskussionsabenden

 im Herrenstüble im Gasthaus Rößle in Au und wurde

der gesuchteste Redner zu festlichen Anlässen in Schoppernau

899
(zweite Variante). Seine zumeist sorgfältig in und Au

mehreren Entwürfen ausgearbeiteten Redemanuskripte titulierte
 er gelegentlich als

„Predigtlein"300das starre

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fa er dafür wieder a legorisierende Um reibungen:
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(dri ter Aspekt). Seit etwa Beginn der sechziger Jahre began
 er auch be t f liche Me ng zu achen", er
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