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Full text : Die Entstehung von Franz Michael Felders Roman "Reich und arm". Ein "Erwartungshorizont

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dieser Art fand er im reformbedürftigen Zunftwesen, in

althergebrachten Almgenossenschafts-Praktiken und in den

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durch die Stickerei ausgebildeten Begegnungsformen vor.

(2) Stärker als eine patriarchalische war im Hinterbregenzerwald

 zu FMFs Zeit eine matriarchalische Familienstruk

tur ausgebildet. Sowohl der verheirateten Frau als ökonomischer

 Mitproduzentin als auch der unverheirateten ("Base

als Informationsträgerin über den intimen Familienkreis hinaus

 und als bedeutender Faktor in der Kindererziehung kam

im Leben eine Rolle zu, die in der bürgerlichen Kleinfamilie

545
nicht vorgesehen war

In der erstarkenden bürgerlichen Gesellschaft entstand

die Sphäre des sich informierenden Publikums, "die Öffentlichkeit",

 zunächst als „Erweiterung und gleichzeitig Ergänzung

 der Sphäre kleinfamilialer Intimität"; später wurde

sie durch die Vermittlungsinstanz der Presse und deren pro¬546


Demgegenüber war fessioneller Kritik zusammengehalten

die Publizität im bäuerlichen Bereich weniger auf illusorische

 Identifikationsangebote von der Art angewiesen, wie

z.B.

dieFamilien"-Zeitschriften sie vermittelten, war die

im engen Familienkreis als "Privatsphäre" ausgebildete Humanität

 weniger antithetisch zum ökonomischen Prozeß. Nach

Habermas beruhte die bürgerliche Öffentlichkeit „auf der

fiktiven Identität der zum Publikum versammelten Privatleute

 in ihren beiden Rollen als Eigentümer und als Menschen

„547
schlechthin

Im bäuerlichen Bereich, mit dem es FMF zu

tun hatte, war die Aufteilung in zwei Rollen nicht so sehr

ausgeprägt, wenn überhaupt vorhanden. Seine bäuerlichen

Zeitgenossen, wenn sie nicht restlos in dem Repräsentationsmechanismus

 des "Vorarlbergischen Syndroms" eingespannt waren,

verdrängten ihre genauen, assoziativ durchgeführten ökonomischen

 Berechnungen nicht zugunsten eines privaten oder öffentlichen

 kulturellen Räsonnements; für sie waren sie förmlich

 ein Teil ihres kulturellen Räsonnements. (vgl. z.B. die

öffentlich vorgenommenen Milchabrechnungen des Käsevereins,

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dieser Art fand er im refor ftigen unftwesen, in
althergebrachten Almgenoss ts- raktiken und in den
durc die Stickerei ausgebildeten Begegnun rmen vor.

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(2 Stärker als eine patriarchalische war im Hinterbre ­
zer z F Fs Zeit eine atriarchalische ilienstruktur
 ausgebildet. Sowohl der verheirateten Frau als ökonomscher
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als Informationsträgerin über den intime Fa i ­
aus und als bedeutende Fa in der Kinder ng am
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In der erstarke li en esel schaft entstand
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sie durch die Vermi tlungsinsta der Presse und d ­
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verdr ihre genauen, a soziativ durchgeführten ökonomisch
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 kulturellen Räsonne nts; sie ware sie förmlich
 ein Teil ihres kulturellen Räso ements. (vgl. z.B. die
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