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Full text : Die Entstehung von Franz Michael Felders Roman "Reich und arm". Ein "Erwartungshorizont

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bereits vollständig gelesen haben. Handlungsführung, Schauplatzwahl

 und Figurenkonstellation lehnen sich deutlich an

Gutzkows "Ritter vom Geiste" an und erinnern strukturell

an Spielhagens oben erwähntes, im selben Jahre erschienenes

Werk. Die bei Gutzkow nach dem Prinzip des „Nebeneinander"

durchgeführte, dichte Verflechtung der Handlungsstränge erreicht

 Schweitzer freilich nicht. Die Handlung ist für ihn

nicht viel mehr als der aktuelle Aufhänger für seitenlange

Diskurse über sozialökonomische Fragen, zumeist wörtliche

Übernahmen aus Schriften und Reden Lassalles und anderer Nationalökonomen.

 Der Versuch einer thematischen Integration -

also einer Ausschaltung der Autorreflexion - bleibt ganz und

gar oberflächlich. Durch ausführliche, infolge durchschaubarer

 Wirkungsabsicht ermüdende Straßenkampfschilderungen,

die schließlich in eine allerdings schockierende Dokumentation

des Pariser Juliaufstands 1848 münden, sollte der proletarische

 Zorn gegen die nationalliberale Unternehmerschaft geweckt

 und politisch aktiv gemacht werden. - In der angestrebten

 Übereinkunft von Kunst und politisch-literarischem Engagement

 wollte FMF seinen Roman, RA, von dem Schweitzers unterschieden

 wissen. Diesem fehle „hier und da das Ästhetische"do

Für ihn selbst mußte, wie er während der Niederschrift räsonnierte,

 trotz eindeutiger politischer Stellungnahme die

Schilderung "zart gehalten" sein, alles "Grobbäuerische" und
"alle Reflexion vermeiden", "um desto mehr auch in den Krei¬139



Disen
 zu wirken, die der Hauptfrage aus dem Wege gehen"

rekte sozialpolitische Agitation spielte sich bei FMF in der

Essayistik und Tagespublizistik, nicht zuletzt in der Praxis

ab; die Erzählung sollte künstlerischen Maximen verpflichtet

bleiben, durch deren konsequente Einhaltung er das soziale

Problem freilich viel wirkungsvoller, wenn auch unauffälliger

an eine breite Leserschaft zu bringen hoffte, die sich an

seinen Gestalten "freut" oder sich „zum Nachdenken über die

Frage angeregt fühlt“. Über das ästhetisch Anziehende soll

te der Bürger fürs Soziale aufgeschlossen werden.

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bereits vollständi gelesen haben. Handlungsführung, Schauplatz
 u i renkonstellation lehnen sich deutlich an
G kows "Rit er vom Geiste" an und erinnern strukturell
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nicht viel mehr als der aktuelle Aufh er r l ge
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