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"Sie muß, beigutt! doch auch etwas nutz gewesen sein,
sonst hätte sie dieses große Glück nie verdient. Aber
dir gefallt's halt nicht, daß sie einen Reichen genommen
hat.
"Wohl freilich, das ist schon recht.
"Oder hätt' sie ihn nicht nehmen sollen?
„Allerdings, aber du verstehst mich gar nicht recht!
"Wohl, ich versteh' dich schon. Du wähnst halt, die
rechten Leut' seien alle einmal Bettler gewesen, oder he?-"Na,
ich meine bloß, daß man noch auf mehrere Arten, als
bloß durch Heiraten mit reichen Isidoren, glücklich werden
könne - durch Fleiß, Häuslichkeit, oder so und so.
"Beigutt - hätt' ich bald g'sagt - so ein armer Teufel
muß noch froh sein, wenn ihn ein Reicher oder eine Reiche
mag!
"Ja, aber der Reiche muß, wenn er die Arme gern hätte,
doch auch froh sein,wen sie ihn nimmt!
Aber da trüge einer oder einem das Eigenköpfig und
Stolzsein nicht viel ein. Wenn freilich so eins lieber
Knecht und Magd, als reicher Herr oder reiches Weib sein
sollte, so könnte ihm das niemand wehren; aber närrisch
wär's doch, und dann zudem müßte so eins auch als Knecht
oder Magd noch froh ab dem Reichen sein, der ihm ja Kost
und Lohn gibt..."
„Aber nicht froher als die Reichen ab dem, der ihnen die
Arbeit tut!
So - du närrisches Kaspale, wähnst du, die Reichen seien
ab deinem Vater, dem Schwarzhannes Ider Bettler gewesen war,
Anm.d.Verf.Y so froh gewesen, als er ab ihnen, wenn sie
ihm etwas geschenkt haben?
Man sah es dem erschrockenen Mikle an, daß es fühlte,
wie ungeschickt diese Rede sei und wie weh sie dem Kaspale
tun müsse, und den Sennen schaute es an, als ob er auch ihm
auf den Schuh gestanden sei. Das Kaspale aber stand auf,
legte die Hand aufs Herz und tat, als ob es geschwind etwas
sagen wollte; dann kam ihm aber noch früh genug in den Sinn,
es sei dem Sennen fünf Gulden und vierundzwanzig Kreuzer
schuldig. Es setzte sich daher wieder ordentlich nieder und
war mäuslestill.
In seinem Vorwort zu Hubers „Isidor"-Roman gibt Johann
Michael Sailer einige Gesichtspunkte für dessen Lektüre zu
bedenken: Das Buch enthalte „nützliche Wahrheiten" für die
Erlernung der Haus- und Landwirtschaft, für eine christliche
Kindererziehung usw. "Das nützlichste" sei die Lehre vom
Glauben an die Vorsehung. Die Geschichte sei zeit- und wirklichkeitsnahe,
und "ein rechtes Noth- und Hülfsbuch". - Es
kommen "erzgute und erzböse Menschen" darin vor. Sailer gibt
sogar zu, daß "einige Personen gar zu gut und edel wären".
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sogar zu,
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