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Full text : Die Entstehung von Franz Michael Felders Roman "Reich und arm". Ein "Erwartungshorizont

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Zeitungsartikel -, welche sein Gesamtwerk ausmachen, ließ

für ihn verschiedenartige Berufsaussichten zu, von denen

er für seine ungewisse Zukunft die eine oder andere tatsächlich

 ins Auge gefaßt hat. Das Spektrum reichte von der

Existenzfristung als Zeitungsschreiber und Mitarbeiter am
„Grimmschen Wörterbuch“ in Leipzig' bis zum künstlerisch

freischaffenden Autor, der sich nach Verkauf seiner Landwirtschaft

 im Batschunser Schlößchen bei Rankweil niederlassen

 würde" Jede dieser Möglichkeiten hätte Abhängigkeiten

 und Mißverständnisse mit sich gebracht, von denen

damals fast alle erwerbsmäßigen Schriftsteller bedroht waren:

Erst seit etwa 1830 gab es den Stand des freien Schriftstellers

 als Regel, den des Schriftstellers mit Br otberuf

als Ausnahme. 1 Seither seien, konstatierte Dingelstedt

18651, "in dem Verhältnis wie sich der Zugang zur schönen

Literatur durch die Feuilletons erleichtert hat - die Schwierigkeiten

 einer dauernden, verbürgten bürgerlichen Existenz

für den Schriftsteller gewachsen". Das Scheitern der Revolution

 1848 hatte den Schriftstellerstand, dessen Angehörige

 die Bewußtseinsbedingungen für die Revolution geschaffen

hatten, diskreditiert. Der zunehmend auf Gewinnmaximierung

ausgerichtete literarische Markt stellte an den gebildeten

Autor Forderungen, die dieser mit seiner Selbsteinschätzung

nicht vereinbaren konnte. Dies führte zu zwei Arten von

Identitätskonflikt innerhalb des Schriftstellerstandes,

deren jede FMF als Möglichkeit bevorstand; entweder wurde

er ein unter Produktionszwang stehender Literat oder ein

isolierter, verkannter Dichter. 1 Dem ersten Typ, dem Angehörigen

 des „modernen Geistesproletariats" galten seinerzeit

 heftige Anwürfe seitens der Preßkritik. Gewöhnlich

hielt man ihn - wie Lassalle oder die katholischen Preßkritiker'0

 - zu einem gewöhnlichen Brotberuf für untauglich.

"Ein Literat ohne Amt ist ein Hund ohne Halsband." "Wer

nachfragen will in seinem Lande, der kann erfahren, daß die

Hälfte unter den Redacteuren aller Blätter kein Fach absol¬V



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Zeitungsartikel-, welche sein Gesamt k usmachen, ließ
für ihn verschiedenarti Ber ten , n enen
er für seine ungewisse Zu ft i   re ­
sächlich ins Aug f t. Das Sp trum reichte von der
Existenzfristun als Zeitung schreiber und a
" ri mschen WC.:rterbuch" in

Leipzig11

bis um künstlerisch
freischaff , der sich nach Verk i r La ­

irtschaft im Batschunser Schlößch bei Ran il ­
la sen wür

12.

Jede dieser Möglichkeiten hätte Abhängigkeiten
 und rständnis e mit sich racht, n denen
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Erst seit etwa 1830 ga de   es ien ­
ste lers als Regel, den de c ri l r m f eruf
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Seither seien, konstatierte ingel~ tedt
1

514,

"in dem er lt i wi sich der Zuga   sc en
Literatur dur leichtert hat - die Schwierigkeiten
 einer dauern , ve ten rgerlichen Existenz
für den Schriftsteller gewachsen". Das Scheitern der Rev ­
lution 1848 ha te den Schriftstellerstand, dessen Angehörige
 die Bewußt edingungen für die evolution geschaf en
ha ten, diskreditiert. Der zunehmend auf Gewinnmaxi ng
ausgeri it r i rkt stel a d ildeten
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nicht vereinbar k t . s   z z i rten von
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er ein unter Produ szwang stehender Literat oder ein
isolierter, verkannter Dichter.

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Dem ersten Typ, dem Ange
   " dernen Geistesproletariats" seinerzeit
 heftige Anwür   der Preßkritik. Gewö lich
hielt man ihn - wie La salle oder die katholischen Preßkritiker16


- zu einem gewöh hen Brotberuf für untauglich.
"Ein Literat ohne Amt ist ein Hund ohne ls ." " er
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