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Zumindest wird außer "Sprachsystem" (langue) und systemrealisierender
bzw. regelanwendender Einzel-"Rede" (parole)/
"Text" noch ein Drittes zu beachten sein, das im Grunde weder
zum System noch zu dessen tatsächlicher Einzelanwendung
gehört und mit dem Üblichkeits- oder Grammatikalitäts-Grad
der Systemanwendung im Text zusammenhängt: der Sprachgebrauch
(usage), d.h. die 'individuelle/soziale
Norm' der Verwirklichung/Nutzung systemgebotener Möglichkeiten.““
Von dieser Art des „Sprachgebrauchs“ her waren
in der vorliegenden Arbeit die Analysen der Volkssprache,
der Sprache des Klerus, der Journalistik, schließlich auch
von FMFS Briefstil wesentlich bestimmt. In dieser praxiszugewandten
Art läßt sich eine literarhistorische Rekonstruktion
adäquater durchführen als unter dem antithetischen
Aspekt eines dialektischen Geschichtsprozesses oder einer
Geschichtskausalität im Sinne Scherers.
Mit seiner Feststellung eröffnet Erben auch für die Literaturgeschichtsschreibung
einen deutlicher als bisher umreißbaren
Forschungsbereich: „In textgrammatischen 'Verstößen
und 'Vorstößen' einzelner Sprecher, welche den Grenzsaum
des Sprachüblichen und 'Sprachrichtigen' textbildend überschreiten,
kündigt sich nicht selten schon ein partieller
Systemwandel der Sprache an, der wie der allgemeine Kulturwandel
'Zeichen lebendiger Weiterentwicklung' ist. Daher
gilt es, das 'Sprachspiel' sorgfältig zu beobachten und gegebenenfalls
die 'Spielregeln' (geltenden Normen des sprachlichen
Verhaltens, Toleranzgrenzen für Sprech- und Schriftsprache)
neu zu bestimmen - eine wichtige und nie endende
Aufgabe, die Linguisten und Literaturwissenschaftler jeweils
für die Sprachgemeinschaft ihrer Zeit zu leisten haben
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Mit Betonung des
re produzierenden Charakters kann
dies auch zur Aufgabe der mit vergangenen Sprachund
Literaturgemeinschaften befaßten Literaturgeschichtsschreibung
werden. Für eine künftige Systematik des „Litera¬-
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