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weihfeste (Frühjahrs- und Sommerkilbe), am 30. April,
14. September und 25. November (Katharinentag) Jahrmärkte
statt. Für viele Bauern bildeten diese Anlässe den einzigen
Kontakt mit Nicht-Dorfansässigen; sie teilten sich
alle in einen geschäftlichen und einen unterhaltenden Teil.
Am Frühjahrsmarkt wurde häufig Vieh angekauft zur Ausnutzung
der einem zustehenden Almweiden; auf der Sommerkilbe verkauften
die Genossenschaftsalpen ihre Molken an die Käsehändler;
auf dem Viehmarkt im September, nach dem Almabtrieb,
wurden Schulden an die Bauern beglichen und von die
sen fällige Lebensmittelschulden bezahlt. An diesem Tag
verkaufte oder verstellte man (ins Allgäu oder in die
Schweiz) auch jene Kühe, die man im Winter nicht füttern
konnte - eine der größten Härten für die Bauern, da trotz
hoher Fütterungspreise die Kühe im Frühjahr oft verwahrlost
und abgemagert wieder zurückkamen. Die Frühjahrskilbe
und der Katharinentag galten als allgemeiner Zinstag:
Die Lechtaler kamen nach Au und hoben in bestimmten Zimmern
und Gasthäusern ihre fälligen Zinse ein“. An diesen Tagen
zahlten aber auch die Milchkäufer einen Teil der gelieferten
Winter- bzw. Sommermilch, Dienstboten, Senner, Alpknechte
erhielten ihren Lohn. Daß es beim „gemütlichen Teil" am
Nachmittag dann zum psychischen Ausgleich der geschäftlichen
Spannungen kam und der ärmste Bauer mit seinem Weib
noch eine Halbe Roten trank und "ganz behaglich neben dem
Lechtaler Isaßl, vor welchem er sich vormittags verstecken
wollte
02, hinderte FMF nicht daran, etwa im Katharinentagsgedicht
- einem Schlüsseltext, in dem lauter identifi
- den fatalen, von STM nicht
zierbare Gestalten agieren
erwähnten Zirkel offenzulegen, in dem die Bauern ökonomisch
befangen waren: vor der Abhängigkeit in vermögensmäßiger
Hinsicht (Lechtaler) konnten sie nur in die Abhängigkeit
ihrer Produktion vom Zwischenhändler flüchten, die dieser
zur billigen Rohstoffbeschaffung (Molken) konkurrenzlos und
bewußt kalkulierend ausnützte.9
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