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Full text: Weiler. Die Geschichte der Gemeinde Weiler im Vorarlberger Vorderland

Höhe von 30 Schilling Pfennig. Die Steuerleis­ 
tung Sturns betrug damit nicht ganz ein Viertel 
der Maiensteuer der ganzen Gnos. 
In den Jahren 1460, 1462, 1464 und 1467 siegel­ 
te Hanns Sturn von Weiler als Landammann des 
Landgerichts Rankweil-Sulz. Im Jahr 1463 saß er 
anstelle des Abtes von St. Johann im Thurtal in 
Klaus zu Gericht und hatte über die Veruntreu­ 
ung von Lehen des Klosters zu befinden.40 In 
Sturns Amtszeit fiel der vom Vogteiamt ent­ 
schiedene Streit zwischen Weiler und Klaus 
wegen der Weidenutzung. Der Konflikt wurde 
zugunsten der Großgemeinde entschieden. 
Noch im März 1470 sagte Hanns Sturn als 
Zeuge in einem Prozess über die Leibeigen­ 
schaft und die Kinderteilungspraxis im Land­ 
gericht Rankweil-Sulz zwischen Ritter Ludwig 
von Helmsdorf und Hans Walser von Ems aus.41 
Kurze Zeit später dürfte der Landammann ver­ 
storben sein. 
1472 kaufte der Feldkircher Steinmetzmeister 
und spätere Erbauer der Feldkircher St. 
Nikolauskirche, Hans Sturn, von seinen Vettern 
Hans und Joder den Sturnen und ihren 
Schwestern den Weingarten „Rüti“ in Kalchern- 
Klaus. Ebenso erwarb er ihr im Bruderhof gele­ 
genes Haus mit Hofstatt und Weingarten, ein 
Erblehen des Gotteshauses St. Johann im 
Thurtal.42 Diese Güter stammten von einem 
verstorbenen Hanns Sturn, der vermutlich 
gleichzusetzen ist mit dem Landammann. Das 
Haus seiner Erben grenzte an den Klausen 
Bruderhof. 1489 kam schließlich den obene 
Bnudenhof zu Kalchenn als Enblehen in den 
Besitz von Hans Stunn, Steinmetz und Büngen zu 
Feldkirch.43 Die Stunn wanen fontan in Weilen 
und Klaus ansässig. 
1521 zinste Rudi Stunn von Weilen von seinem 
Acken „Fontana“ in Klaus an das Heilig-Geist­ 
Spital in Feldkirch 5 Pfund Pfennig.44 Ein Hans 
Sturn übernahm 1542 den Hof Mations in 
Klaus, der sich zu Beginn des 17. Jahrhunderts 
in den Händen des Landammanns Michel 
Ludescher befand. 1588 verpfändete ein Hans 
Sturn in Weiler sein an der Straße nach Klaus 
gelegenes Haus für ein Darlehen des Heilig­ 
Geist-Spitals in Feldkirch.45 1598 werden 
Thomas Sturns Erben in Weiler als Anrainer des 
Hauses und der Hofstatt Hans Walsers 
genannt.46 Katharina Sturn begegnet uns 1626 
als Frau des vermögenden Adam Spalt von 
Weiler, der nach Fraxern 100 Gulden verlieh.47 
1628 finden sich Güter der Sturn hinter der 
Alpe Latora.48 Ein Adam Sturn wird noch 1649 
als Besitzer eines Gutes im Rothenfeld 
genannt.49 Es ist jedoch fraglich, ob er in Weiler 
selbst siedelte, da die Sturn weder 1637 in der 
Spendenliste für den Kirchenbau der 
Allerheiligenkirche in Weiler noch im 1640 
angelegten Stifterverzeichnis aufscheinen.50 
Vielmehr begegnen sie uns ab 1533 in Sulz51 
oder Jahre vorher in Röthis, wo sie erstmals 
1497 aufscheinen, 1621 und 1649 als Haus­ 
besitzer nachweisbar sind,aber bereits um 1687 
als ausgestorben gelten.52 Gleiches ist auch für 
Weiler anzunehmen. 
Kaspar Morscher 
Landammann Kaspar Morscher, Sohn des 
Othmar Morscher, war verheiratet mit Anna 
Koch.53 Er hatte sieben Kinder: Barbara (1653), 
Mauritius (1655), Ambrosius (1658), Johann 
(1661), Michael (1663), Georg (1669) und 
Dorothea (1671).54 In den Jahren 1663 und 
1674 war er Seckelmeister der Gemeinde
	        
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