Das Ansuchen um eine dritte Volksschulklasse
erfolgte 1960, als auch die Gemeindevertretungswahlen
anstanden.50 Schulleiter Gabriel
hatte zu dieser Zeit bereits mit der Raumnot zu
kämpfen, und er berichtet der Gemeindevertretung
im Telegrammstil über die Situation:
„Schulhaus: Gesamtzustand ist bekannt - katastrophal.
Raumnot wirkt sich jetzt schon aus.
Planung wird dringend notwendig. Die Fenster
der I. Klasse sind bald so, dass man einen
Freiluftstall aus der Klasse machen könnte.“51
Die Raumnot wurde 1965 behoben, als die
Gemeindeverwaltung in das neue Gemeindehaus
übersiedelte. Damit wurde ein Raum frei
für eine vierte Klasse. Den Turnunterricht hielt
man nun im neu entstandenen Montfortsaal
beim Gemeindehaus, was vom Bezirksschulrat
1970 auch ausdrücklich gutgeheißen wurde.52
Da das Land Vorarlberg einen Neubau des
Volksschulgebäudes nicht förderte, wurde 1972
der Beschluss gefasst, das bisherige Schulhaus
zu sanieren und zu erweitern. Nun fand auch
ein Kindergarten im Haus Platz.53 Nach knapp
weiteren zwanzig Jahren war auch diese
Vergrößerung nur mehr ein Notbehelf. Ein
Neubau war notwendig. Der Schulhausbau bildete
den Schwerpunkt eines von der Gemeinde
ausgeschriebenen Planungswettbewerbs zur
Neugestaltung des Ortskerns. Die Planungsgrundlagen
wurden jedoch durch die Schulbauverordnung
1990 sehr stark geändert. Eine
Neuausschreibung wurde notwendig, sodass
sich die Planung verzögerte. Der Elternverein
intervenierte 1993 massiv bei der Gemeinde.
„Lehrer und Eltern wollen sich nicht mehr länger
mit den Zuständen im 1908 erbauten
Schulhaus abfinden“, berichtete eine Tageszeitung
plakativ.54 1997 begann schließlich der Bau
des neuen Volksschulgebäudes samt einer neuen
Turnhalle.
Der erweiterte Volksschulbau
Die neue Volksschule mit sechs Klassen sowie einer
Turnhalle wurde im September 1998 bezogen 153