Skip to main content

Full text: Weiler. Die Geschichte der Gemeinde Weiler im Vorarlberger Vorderland

und „unbeschränkte Willkür“ fasste die Ge­ 
meinde einen Beschluss, „um hierdurch nicht 
etwa einigen oder mehreren Privaten den Weg 
zu öfnen, zu ihrem eigenen und der Gemeinde 
Schaden die Gemeindsantheile alle aus Muth- 
willen zu veräußern, und sowohl ihnen und 
ihren Nachkommen als auch der Gemeinde die­ 
selbe zu entziehen“.28 Die unter die 54 Haus­ 
halte verteilten Anteile am Rankweiler und 
Neuburger Ried wurden mit dem Hausbesitz 
verbunden, sodass ein Boden „allezeit zu dem 
Hause, zu welchem er durch das Loos gekom­ 
men, gehören und bey demselben verbleiben 
solle“. Für diesen Boden hatte jedes Haus eine 
Grundsteuer von einem Gulden 38 Kreuzer zu 
bezahlen. Mit diesen Einkünften bestritt die 
Gemeinde weiterhin den an Feldkirch zu ent­ 
richtenden Waldzins, den Gehalt des Messners, 
des Lehrers und des Organisten sowie die 
Entlohnung des Kaminkehrers. Auch die 
Kirchen-, Pfarr- und Schulhauskosten sowie die 
Das letzte Heu 1918 
Unterhaltskosten für die Brücken wurden mit 
dieser Grundsteuer bezahlt. Es ist verständlich, 
dass die Gemeinde ihre bisherigen Einkünfte 
aus der Allmendnutzung bei der Teilung durch 
einen Gemeindsabschluss sicherte und die 
Nutzung einschränkte. 
Der Viehtriebweg, Treyet genannt, gehörte den 
Gemeinden Weiler, Sulz, Röthis und Zwischen­ 
wasser. Auf Betreiben von Weiler und Zwi­ 
schenwasser wurde 1816 die Aufteilung be­ 
schlossen, um ,,die gemeinsamen Plätze zur 
Kultur heranzuziehen und sohin alle Gemein­ 
schaft sowie den bisher geübten Viehauftrieb 
aufzuteilen“.25 Weiler erhoffte sich von der 
Kultivierung der Böden mehr Nutzen. 1835 
bestätigte der höchste Beamte des Landes, 
Kreishauptmann Johann Nepomuk Ebner, den 
Erfolg.30 Er forderte, noch mehr Flächen zwi­ 
schen Frutz und Rhein der Weide zu entziehen 
und zu kultivieren, was jedoch nur bedingt mög­ 
lich wäre: „Der eigene Augenschein aber über­ 
zeugte den Unterzeichneten, dass dies nur dann 
mit Vorteil geschehen könnte, wenn ein neues 
Dorf rechts unter der von Götzis nach Alten­ 
stadt führenden Landstraße angelegt, wenig­ 
stens aber mehrere Bauernhäuser dahin gebaut 
würden. Die dermalige Entfernung jener, wenn 
auch sehr fruchtbaren Fläche von den Dörfern 
Rankweil, Sulz, Röthis, Weiler und Klaus, ist zu 
groß, als dass sie bei den jetzigen ökonomischen 
Verhältnissen anders denn als meist einschürige 
Wiesen benützt werden könnten.“31 
Die Privatisierung der Böden durch die 
Allmendteilung blieb nicht ohne Einfluss auf die 
Bodennutzung. Vermehrt wurden Kartoffeln 
angebaut. Die höchsten Ernteerträge aus dem 168
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.