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Full text: Weiler. Die Geschichte der Gemeinde Weiler im Vorarlberger Vorderland

Schweiz herrschte damals der Milchbrand, wes­ 
halb das Landgericht Feldkirch die Gemeinde 
ermahnte: Die Verschweigung einer Seuche 
wäre ein schweres Vergehen, deshalb sei in 
Hinkunft nur der geprüfte Tierarzt Johann 
Georg Langle von Götzis beizuziehen.43 Längle 
hatte auch schon Jahre früher das Vieh in Weiler 
untersucht.44 Auch im Juni 1834 stellte er die 
Untersuchung des Viehbestandes in der Ge­ 
meinde Weiler wegen der Maul- und Klauen­ 
seuche in Rechnung.45 Die Ermahnung des Land­ 
gerichts wegen des Kurpfuschers erfolgte erst 
nach Längles Untersuchung und dürfte auf seine 
Initiative zurückzuführen sein. Das Vertrauen 
der Bevölkerung in die „Schulmedizin“ musste 
mit Strafmaßnahmen durchgesetzt werden. 
Die Regierung unterstützte die Viehzucht durch 
Festsetzung des Salzpreises. „Um jedoch der 
Provinz Tirol und Vorarlberg einen neuen 
Beweis der landesväterlichen Fürsorge, und 
besonderen Milde zu geben, haben Seine 
Majestät mit der allerhöchsten Entschließung 
vom 21. November 1829 aus allerhöchster 
Gnade zu gestatten geruht, dass dem Lande 
Tirol und Vorarlberg zur Unterstützung der 
Viehzucht die jährliche Abgabe eines, den Betrag 
von sechzigtausend Zentnern nicht überstei­ 
genden Salz-Quantums um den limitierten Preis 
von drei Gulden siebenundvierzig Kreuzer 
Konventions-Münze Wiener Währung per 
Zentner zu Teil werde.“46 
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ver­ 
dichteten sich die Viehzuchtmaßnahmen. Eine 
eigene Weidepolizei wurde 1861 eingeführt und 
die Kennzeichnung des Weideviehs von Fraxern, 
Viktorsberg, Klaus, Koblach und Weiler ange­ 
ordnet.47 Die Gemeinde hielt einen eigenen 
Zuchtstier, für dessen Unterhalt sie auch sorg­ 
te. 1868 versorgte Franz Martin den Zuchtstier, 
1878 erhielt David Seyfried für dessen Haltung 
15 Gulden.48 Das Land Vorarlberg erließ 1896 
ein eigenes Zuchtstierhaltungsgesetz, das die 
bisherige Handhabung gesetzlich regulierte und 
die Gemeinde zur Haltung eines Stieres ver­ 
pflichtete. In eigenen Stierhaltungsrechnungen 
wurden die Einnahmen und Ausgaben für die 
Gemeinde Weiler seit 1897 angeführt. Die von 
Weiler bezogenen Stiere stammten aus 
Batschuns (1897, 1898), Bludesch (1898/99), 
Viktorsberg (1899/1900), Rankweil und Liech­ 
tenstein (1903/1904), aus der Schweiz und aus 
Andelsbuch (1906/1907).49 Gekauft wurden die 
Stiere auf dem Rankweiler Markt. In eigenen 
Verzeichnissen wurden die in Weiler zur 
Belegung gelangten Rinder festgehalten. 1906 
wurden in Weiler 72 Viehbesitzer über die 
Zuchtstierhaltung informiert, 50 Jahre später 
waren es immerhin noch 28.50. 
Eine Viehversicherung für das Land Vorarlberg 
wurde 1865 gegründet. Ihr Erfolg war gering. 
Der Versicherungsverein musste „wegen einiger 
Wintermilchkühe I 86954 
Ort Milchkühe Einwohner Verteilung 
Weiler 113 383 29,5 
Klaus 95 596 15,9 
Koblach 214 877 24,4 
Sulz 84 647 12,9 
Zwischenwasser 244 854 28,6 
Fraxern 107 341 31,4 
Viktorsberg 57 196 29,1 
Röthis 127 538 23,6 171
	        
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