Winter gehaltenen Milchkühe - ohne Stiere,
Ochsen und Kälber bis zum vollendeten dritten
Jahr - angeführt: Weiler wies nach Fraxern den
höchsten Anteil an Wintermilchkühen auf.
Rindviehzucht und Milchwirtschaft erwiesen
sich damit als zentrale Wirtschaftsfaktoren der
Gemeinde.
Die aktiven Viehbesitzer von Weiler gründeten
1874 eine eigene Vereinssennerei Weiler-Klaus,
zwei Jahre nach der Sennereigenossenschaft
Röthis-Sulz.55 Die Zuchtbemühungen brachten
Erfolge. Bei der Tierschau und Ausstellung für
landwirtschaftliche Produkte und Gerätschaften,
die 1872 in Sulz abgehalten wurde, errang
Johann Michael Walser aus Weiler den dritten
Preis für ein trächtiges zweijähriges Rind.“
Nach dem Ersten Weltkrieg setzte die züchterische
Organisationstätigkeit neu ein. 1923
schlossen sich 27 Züchtervereinigungen zum
Vorarlberger Braunviehzuchtverband zusammen,
der auch die Milchleistungskontrollen einführte.
Der Viehzuchtverein Weiler brachte gute
Ergebnisse. 1966 lag er an dritter Stelle der
Viehzuchtvereine mit den besten Durchschnittsleistungen
des Landes.57 Mit einer
Jahresleistung von 4635 Liter Milch lag Weiler
nur knapp hinter Doren und BludenzBrunnenfeld.
Die Zahlen über die Viehwirtschaft in Weiler
zeigen die Entwicklung des Viehbestandes und
der Tierhalter im 19. und 20. Jahrhundert. Die
Bedeutung der Land- und Forstwirtschaft für
Weiler in der zweiten Hälfte des 20.
Jahrhunderts zeigt sich eindrücklich in der
Aufstellung der Berufstätigen in der Land- und
Forstwirtschaft in Prozent der Gesamtberufstätigen.
Die Agrarquote betrug 1951 bei 397
Gesamtbeschäftigten 39 Prozent und war damit
nach Zwischenwasser die zweithöchste Quote
im gesamten Rheintal. 1961 waren von 408
Beschäftigten noch 16,4 Prozent in der Land-Waldhirt
Thomas Morscher mit
Frau Barbara geb. Summer und
Sohn Franz Josef. Sie verwendeten
das Pferd noch lange in
der Forstwirtschaft. 173