Röthis.135 Seit dem 13. Jahrhundert forcierten
die Grafen von Montfort den Weinbau. Als einträgliche
Kultur wurde er insbesondere in und
um die neuen städtischen Zentren wie Feldkirch
und Bregenz zielbewusst vorangetrieben.
Es liegt nahe, dass auch Weiler mit der
Altmontfort an diesem Ausbau der Rebgärten
teilhatte.
1319 wird erstmals ein Weingarten zur Altmontfort
in der Teilungsurkunde der Montforter
Grafen genannt. Heinrich von Schellenberg
verkaufte in diesem Jahr das beste Stücl<
Reben zu Weiler in der Grafschaft Montfort an
seinen Schwager Burkard von Weiler.136 Dieser
war ein Nachkomme st. gallischer Dienstmannen
des Hofes zu Weiler im Allgäu. Nähere
Beziehungen zu Weiler in Vorarlberg ließen sich
bisher nicht nachweisen. Der Weinbau erweist
sich somit als eine herrschaftliche Angelegenheit.
Martenetsch und Halden zählten
zu den begehrtesten Rebhängen
1342 kaufte das Kloster Altenstadt einen Zins
aus dem Weingarten des Marschalls. Die
Marschälle waren am frühen Weinbau in Weiler
beteiligt, wenngleich bei der erstmaligen Erwähnung
von Weiler im Jahr 1260 durch Walther,
Marschall von Montfort, noch keine Reben
angeführt wurden.137 1352 erhielten die Hohenemser
von Graf Hermann von Montfort die
Erträge aus dem Weilerer Weinzehent, die ursprünglich
„Herr Hermann von Montfort Domprobst
zu Chur und Herr Ulrich von Montfort
Ritter, mein Vatter selig, den Brüdern des
Hauses des Spitals St. Johann zu Feldkirch vormals
gegeben hat aus dem Weingarten zu Montfort“.138
Damit machte Hermann die Schenkung
seines Vaters an die Johanniter rückgängig und
belehnte die Hohenemser.
Graf Rudolf von Montfort stiftete im Jahr 1383
an das Kloster Viktorsberg einen Weingarten
mit „haus und hofraytin und auch denselben
torgkel, das alles zu ainandern gehört, alls wir
das von Uolin Waldthern erkaufft haben“.139 Es
war demnach Uolin Waldther ursprünglicher
Besitzer des späteren Viktorsberger Hofes und
dessen Gütern in Weiler.
Die Montforter vergrößerten durch Zukauf
ihren Rebgartenbesitz in Weiler. Trotz ihrer
Schenkungen an verschiedene Klöster umfasste
der ehemals montfortische Besitz nach dem
Übergang an Habsburg noch im Jahr 1404
Reben in Weiler: ,,Zem ersten den weingarten
der an der halden ze Wiler under der selben
vesten gelegen ist“.140 1431 wird neben dem
„wingart ze Wyller under der Alten Montfort“
noch ein „Nübruch näbent dem Montforter“141
angeführt. 192