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Full text: Weiler. Die Geschichte der Gemeinde Weiler im Vorarlberger Vorderland

chen sie in den Amtsweingarten zu führen und 
zu tragen hatten. Darüber hinaus war für jedes 
Fuder fünf Schilling Pfennig an die Herrschaft zu 
zahlen. Für die Herrschaft bedeutete dies einen 
Gesamtertrag von 7 Pfund Pfennig 10 Schilling 
Pfennig.163 
Güter, Zins und Zehent von Altmontfort waren 
eine Pfandschaft vom Haus Österreich und 
befanden sich 1616 in der Hand der Edlen von 
Altmannshausen. Nach dem Dreißigjährigen 
Krieg befand sich die Pfandschaft in den Händen 
des Neuburger Vogteiverwalters.164 Vermutlich 
erfolgte der Übergang in der Zeit um 1630, als 
Graf Kaspar von Hohenems Vogteiverwaltet 
der Herrschaft Feldkirch war. 
Die Hohenemser verfügten nach wie vor über 
Weilerhalden: „Nächst dabey ligt auch die 
Weylerhalden so nicht weniger gelobt, allda die 
Graffen von Embs den halben Weinzehenden 
unn den andern halben theil die Pappus von 
Veldkirch."165 Feldkircher Bürger sowie klöster­ 
liche und weltliche Grundherren teilten sich 
den Zehent in Weiler. Der Wein war nach wie 
vor rentables Wirtschaftsgut. Unregelmäßigkei­ 
ten wurden geahndet. Die Hohenemser Grafen 
zogen 1626 gegen Wolff Peter von Greiffenberg 
zum Hanenberg zu Gericht, da sich dieser nicht 
an die Feldkircher Torkelordnung hielt.166 
Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges 
forcierten vor allem die Klöster und vermögen­ 
de städtische Bürger den Weinbau als einträgli­ 
chen Geschäftszweig. Die verschuldeten Habs­ 
burger verkauften 1659 den landesfürstlichen 
Weingarten Platenberg in Weiler (Blattner) an 
das Kloster Altenstadt gegen eine Aufzahlung 
von 1200 Gulden. Der Weingarten war dem 
Kloster bereits 1634 als Pfand gestellt wor­ 
den.167 Einen Zehnten aus dem Weingarten, der 
ursprünglich dem Feldkircher Vogt zustand, 
musste das Kloster nicht leisten. Eine Tochter 
des Feldkircher Vogtes Graf Hannibal II. von 
Hohenems (1595-1646) war von 1642 bis 1647 
im Kloster Altenstadt untergebracht. Das 
Kostgeld wurde von ihrem Bruder Graf Karl 
Friedrich von Hohenems bis 1665 durch den 
Erlass des Zehnten aus dem klostereigenen 
Weingarten Platenberg beglichen, sodass für das 
Kloster die Erträge steuerfrei waren.168 Nicht 
nur der verschuldete Adel, sondern vor allem 
der hoch verschuldete Bauernstand auf dem 
Lande litt unter den Teuerungen nach dem 
Dreißigjährigen Krieg und war zu Verkäufen 
gezwungen. So konnte das Kloster Altenstadt 
seinen Weinrebenbestand in Weiler bis Ende 
des 17. Jahrhunderts durch Zukäufe vergrö­ 
ßern. 1675 erhielt es von Hans Summer aus 
Fraxern Weinreben auf Groppenstein165 und 
1677 als Pfand einige Reben auf Weilerhalden.170 
1685 kamen Reben auf Groppenstein pfandwei­ 
se von Balthasar Madlener171 und 1692 von 
Thoma Ludescher Weinreben in der Breite an 
das Kloster.172 
Im 18. Jahrhundert änderten sich die Verhält­ 
nisse zugunsten der bäuerlichen Bevölkerung. 
Die Rentabilität des Weinbaus für die klösterli­ 
chen Eigentümer nahm ab, nicht zuletzt wegen 
der Transportkosten. 1720 bezahlte das Kloster 
Altenstadt für eine Fuhre aus Weiler bereits 
zwei Gulden. Anstände mit den Anrainern 
wegen der Grenzen trugen dazu bei, dass das 
Kloster 1795 schließlich fünf Pfundlohn Reben 
in der Breite zu Klaus verkaufte.173 197
	        
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