guten pomologischen Werkes, einen sehr
erfreulichen Anblick. Dieser tüchtige Pomolog
versieht in der Umgebung jedermann zu sehr
billigem Preise, mit gesunden Bäumchen, und
zwar auch edelsten Tafelsorten, die in Vorarlberg
bisher selten zu treffen waren, weil in der Regel
nur schlechte Obstsorten zur Mostbereitung
und zum Branntweinbrennen gezogen werden.
Der Einfluß dieses auch sonst braven Lehrers
auf die Obstzucht ist von dem besten
Erfolge.“185
Die Qualitätsverbesserung im Obstbau, die
1835 von Kreishauptmann Ebner ausführlich
gewürdigt wurde, versuchte eine Rebbaukommission
auch im Weinbau zu erreichen. 1825
stellten die Gemeinden Rankweil, Zwischenwasser,
Röthis, Viktorsberg, Sulz, Weiler, Fraxern
und Götzis eine eigene WeintraubenbeschauKommission
auf. 1836 erfolgte die Bildung einer
Rebbaukommission für den Raum Feldkirch. Ihr
Ziel war es, die Arbeit der Rebleute besser zu
überwachen und die Aufstockung der Rebbestände
durch bessere Sorten zu erreichen.186
Weiler unterstand ebenfalls dieser Rebbaukommission,
der allerdings wenig Erfolg beschieden
war. Bereits 1846 kam es in Feldkirch
erneut zur Gründung einer Weinbauverbesserungsgesellschaft,
die 1857 wegen mangelnder
Beteiligung ihre Tätigkeit aufgeben musste.187 Im
kleineren Rahmen der Vorderländer Gemeinden
schien eine eigene Kommission zu funktionieren.
Unregelmäßigkeiten wurden geahndet.
1857 verurteilte das Feldkircher Bezirksgericht
die 70-jährige Kreszenz Bachmann aus Weiler
„wegen ihres Ungehorsams gegen die Gemeindevorstehung
bei Vornahme der vorzeitigen
Traubenlese zu einer Geldstrafe von 5 Gulden“.188
Die Kommission legte die Weinleseordnung
und damit den Termin der Traubenlese
für die Vorderländer Gemeinden fest. Die
Kosten der Kommission wurden auf die beteiligten
Gemeinden umgelegt, wobei Röthis, „wo
die Verhandlung stattfand und zugleich der
wichtigste Weinbau besteht“, mit zwei Anteilen
berücksichtigt wurde.189 Eigene Nachtwachen
waren eingerichtet, um die Einhaltung der
Leseordnung zu überwachen.190 Die vielen
Reglementierungen, Überwachungs- und Strafmaßnahmen
waren Zeichen der Krise des
Weinbaus im ausgehenden 19. Jahrhundert.
Ein weiteres Indiz für den Bedeutungsrückgang
findet sich im Umgang mit den herrschaftlichen
Weinbergen in Weiler und Klaus. Im Dezember
1855 wurden sie auf zehn Jahre hinaus verpachtet.191
Die langfristige Verpachtungszeit belegt,
dass die Staatsgüterverwaltung dem Thema
Weinbau keine allzu große Bedeutung mehr
zumaß. Noch 1852 war der um den Obstbau
bemühte Johann Michael Seyfried zugleich herrschaftlicher
Güteraufseher, und die Bearbeitung
der herrschaftlichen Weinberge geschah im
Wege der Absteigerung für nur drei Nutzjahre.192
Bis 1875 konnte sich die Weinbaufläche im
Bezirk Feldkirch nach einem massiven Einbruch
in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nochmals
ausdehnen, und zwar von 161,35 Hektar
im Jahre 1869 auf 199,97 Hektar. In Weiler ging
der Weinbau jedoch kontinuierlich zurück. 1832
wurden noch 18,6 Hektar bebaut, 1857 nur
mehr knapp die Hälfte mit 9,6 Hektar. 1869
waren es 9,96 Hektar Weinfläche.Weiler konnte
sich dem landesweiten Trend nicht entziehen,
der sich bis zum Ersten Weltkrieg noch ver 200