stärkte, sodass 1906 nur mehr 65 Hektar im
ganzen Land für den Weinbau genutzt wurden.
Die Ursachen für den Rückgang lagen in den
gesteigerten Kosten, dem leichteren Import
Südtiroler Weine durch den Eisenbahnbau und
in den häufigen Fehljahren von 1887 bis 1892,
welche die Ernteerträge schmälerten. Noch
nach dem Ersten Weltkrieg, im Jahr 1921,fand in
Weiler eine Weintraubenbeschau statt.193 Doch
der Rückgang war nicht aufzuhalten. In der
Nachbargemeinde Röthis wurde noch 1925 ein
Weinbauklub gegründet, und 1940 erfolgte die
Gründung der Winzergenossenschaft Röthis.
Leopold Blum trat dem Verein als einziges
Mitglied aus Weiler bei. Er besaß noch einen
Weinberg im Ausmaß von drei Ar in der Katastralgemeinde
Röthis, der von seinen aus Viktorsberg
kommenden Vorfahren stammte.
Die Situation hatte sich gegenüber dem Beginn
des 19. Jahrhunderts grundlegend verändert.
I 788 und 1799 besaßen 25 Personen aus Weiler
Weingärten in Klaus, Röthis, Muntlix und am
Sulnerberg. 1806, nach den Klosteraufhebungen
durch die Bayern, verfügten sogar 33 Weilerer
über auswärtige Weingüter. Fünf Generationen
später bestellte nur mehr Leopold Blum in
Röthis einen Weingarten.
Das Ende des Weinbaus in Weiler ist aber vor
1940 anzusetzen und dürfte in die zwanziger
Jahre des 20. Jahrhunderts gefallen sein. Weiler
beteiligte sich nicht an der Wiederbelebung des
Weinbaus in den Nachbargemeinden Klaus und
Röthis in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Es wies 1991 keine Rebbauflächen auf. In
jüngster Zeit finden sich wieder Ansätze zum
Weinbau. Dessen ehemals große wirtschaftliche
Bedeutung ist jedoch endgültig dahin. Die früheren
Rebhänge sind heute begehrte Siedlungsund
Wohnflächen.
Torkel
Der Begriff „Torkel“ bezeichnet das Pressgerät
und auch das Gebäude, in welchem der Wein
gepresst wird. Der Name leitet sich ab vom
lateinischen „torquere“ - „pressen“. Die früheste
Erwähnung eines Torkels in Weiler findet
sich in der Stiftungsurkunde des Klosters Viktorsberg
aus dem Jahr 1383, das über Graf
Rudolf von Montfort den Torkel des Walter
Uolin erhielt.'9'' 1410 wurde aus dem Torkel
unter der Ruine zu Altmontfort ein Som Wein
verkauft. 1561 erschien Balthuß Egger als
Inhaber eines Torkels, der zu Beginn des 17.
Jahrhunderts von Andreas Bauer unterhalten
wurde.195 Die Hohenemser Grafen gaben aus
ihrem Torkel zu Weiler im 17. und 18. Jahrhundert
einen Mostzins an das Feldkircher Kloster
St. Johann.
Weitere Torkelnamen werden in den Besitznachweisen
und Steuerbüchern der Gemeinde
von 1788, 1796, 1806 und 1816 angeführt:
Mönchentorkel, Jesuitentorkel, Hinterer Torkel,
Jos Ludescher Torkel, Coelestin Ritter Torkel.
Eine Lokalisierung ist aufgrund der Unterlagen
kaum möglich, auch wurden die Torkel nicht
immer gleich bezeichnet. Es kam zu Namensund
Besitzübertragungen. Zu den ältesten
Torkeln zählen diejenigen auf der Halde.
Mit dem Rückgang des Weinbaus wurden die
Torkel verkauft, abgebrochen oder einer anderen
Nutzung zugeführt. Der Torkel des Klosters 201