der Haldenstraßenbrücke. Nach dem Ausbau
des Ratzbachbettes wurde das Wasser östlich
dieser Brücke gefasst und diente als Antrieb für
die Treietsäge und -mühle. In einem teilweise
überdeckten Graben wurde dann das Wasser
des Mühlbaches nach Klaus geführt und versorgte
in Verbindung mit einer zweiten Wasserzufuhr
bis nach dem Zweiten Weltkrieg die dortigen
Sägemühlen mit der notwendigen Kraft.
Schneider
Als in der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts Johann
Michael Bachmann das Schneidergewerbe
ausübte, hatte er nur „ein sehr kleines Erwerb“.
Diese Aussage kennzeichnete die Lage des
Schneiderhandwerks auf dem Land im Allgemeinen.
Zu den Vorgängern Bachmanns zählte der 1681
erwähnte Hans Madlener, der in einer Verkaufsurkunde
als Schneider bezeichnet wurde.15
Ende des 18. Jahrhunderts baute der Schmied
Raphael Böckle des „Schniders Hüsle“ zu einer
Handschmiede um.
Die zweite Hälfte des 19. und das 20. Jahrhundert
brachten eine Ausdifferenzierung des
Schneiderhandwerks in Damenoberbekleidermacher,
Herrenkleidermacher, Näherei, Kleidermacherei,
Wäschenäherei, welche alle in Weiler
vertreten waren und sind.
Besonders hervorzuheben ist die 1945 von
Magnus Malin gegründete Berufskleiderfabrik,
die zuvor in Rankweil beheimatet war. 1967
wurde das Unternehmen von Renate Ludescher-Malin
und Ludwig Ludescher übernommen
und als „Allsport Moden GmbH“ weitergeführt.
Unter dieser Marke hat sich das
Unternehmen im gehobenen Sportfachhandel
mit qualitativ hochwertiger Ski- und Sportbekleidung
europaweit einen Namen gemacht.
Die handwerkliche Schneiderei als traditionsreiches
Dienstleistungsgewerbe ist jedoch aufgrund
der Großkonfektionäre und der Spezialisierung
des Handwerkssektors seit den siebziger
Jahren ausgestorben. 211