Gasthof „Hirschen“
Das Wirtshaus der Maria Anna Watzenegger
ging auf ihren Vater Andreas Watzenegger
zurück. Dieser prägte als Wirt und Vorsteher
maßgeblich die Geschichte von Weiler in der
ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Er starb
1834, seine Frau Ursula überlebte ihn um 17
Jahre. Die Tochter Maria Anna führte das Wirts
haus bis zu ihrem Ableben 1865 weiter. Sieben
Jahre später erstand Georg Summer den Gast
hof, den er schon früher bewirtschaftet haben
dürfte.5 Summer war zugleich Jagdaufseher im
Vorderland und hatte zur Durchsetzung der
Gasthausbezeichnung „Hirschen“ wesentlich
beigetragen.
Der „Hirschen“ lag in der Nachbarschaft der
Kirche und war bei deren Neubau durch die
Straßenumlegung besonders betroffen. Dadurch
entstanden einige Differenzen zwischen Pfarrer
und dem liberalen Wirt, die sich auf politischer
Ebene fortsetzten. 1884 beschloss die Gemein
devertretung unter dem Einfluss des Pfarrers,
dass die Wirte während des Gottesdienstes
nichts ausschenken dürfen. Die „St. Nebenkir
che“ war der Dorfobrigkeit ein Dorn im Auge.
Im Übertretungsfalle war ein Strafgeld zu ent
richten. Nachfolger Summers war Josef Anton
Nägele, der 1891 als neuer Besitzer aufscheint.6
Unter ihm dürfte sich das Verhältnis zwischen
Wirt und Pfarrer verbessert haben, fand doch
1897 die Versammlung gegen die freisinnigen
Gasthof „Hirschen“ 218