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Full text : Weiler. Die Geschichte der Gemeinde Weiler im Vorarlberger Vorderland

duktion, Mosterei und Brennerei betrieb. Anton
Schwarz führte die Mosterei und Brennerei
weiter, das Haus aber kam in den Besitz seines
Bruders Josef Schwarz, der nach Amerika auswanderte.
 Von ihm übernahm es der heutige
Besitzer, Robert Aigner. Heute dient das Haus
ausschließlich Wohnzwecken.25

Die Schiffle-Stickereifabrik
(Dr. Albert Ritter-Weg 4)

Die Brüder Albert und Ludwig Ritter erbauten
in Weiler in den Jahren 1903/04 auf 16 Ar eine
neue Stickerei, welche sie ebenfalls fabrikmäßig
betrieben. Die 1907 erstellte Betriebs-Ordnung
dieses Unternehmens hielt die Arbeitszeiten

Belegschaft der Stickereifabrik Ritter
in der Herrengasse um 1900

fest: „Die Arbeitszeit dauert im Sommer von
morgens 6 - 11 3/4 Uhr und nachmittags von I
- 6 3/4 Uhr, im Winter von morgens 6 1/2 - II
3/4 Uhr und nachmittags von 1 -7 1/4 Uhr. Die
Pausen finden Winter und Sommer zur gleichen
Zeit statt, und zwar vormittags von 9 - 9 1/4
Uhr und nachmittags von 4 -4 1/4 Uhr. Beginn
und Schluß der Arbeit müssen pünktlich eingehalten
 werden.““ Im Winter konnte länger gearbeitet
 werden, da keine aufwendige landwirtschaftliche
 Tätigkeit anfiel. Die Schiffle-Stickerei
Albert Ritter & Cie. hatte trotz dieser Arbeitszeiten
 keinen betrieblichen Erfolg.

In der Zwischenkriegszeit richtete Otto Müller
in der ehemaligen Stickereifabrik eine Seidenweberei
 ein. Sie erzeugte Seidenschirmstoffe.27
1938 wurde der Betrieb stillgelegt. Die Firma J.
M. Fussenegger kaufte das Unternehmen im
Jahr 1940. Die Erzeugung wurde aber erst im
Mai 1946 aufgenommen, sodass die Weberei
acht Jahre stillstand. 1947 waren 60 Webstühle,
eine Spulmaschine sowie eine Legmaschine
darin aufgestellt. Die Webstühle waren mit Einzelantrieb
 ausgestattet.28 1950 waren 66 Webstühle
 in Betrieb. Aufgrund von Änderungen auf
dem Markt und der notwendigen Zentralisierung
 der Weberei ließ die Firma J. M. Fussenegger
 ihre Produktion in Weiler auf.29 In den
sechziger Jahren wurden die Räumlichkeiten zu
Maschinenbauzwecken genutzt. Heute produziert
 die Firma Wolf in den ehemaligen Stickereiräumen
 Türen,Tore und Stahlzargen. 230
            
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