30. Dezember 1915
Vorratsaufnahme der noch vorhandenen Getreidevorräte.
Die Lebensmittelbewirtschaftung durch die
Regierung und die Rationierung des Brotes und
Mehles auf 240 Gramm und später auf 225
Gramm pro Kopf und Tag „erweckte recht gemischte
Gefühle unter der Bevölkerung, denn wir Bauern
waren gewohnt, den Vorrat auf ein jahr einzudecken
und aus dem Vollen zu schöpfen.“ Zudem verschlechterte
sich das Brot. „Es war ein Gemisch von
Weißmehl, Gerste und Maismehl.“22 Jeden Monat
hatte die Gemeinde einige Stück Vieh abzuliefern.
Auch Heu und Streue wurden beschlagnahmt, was
die Gemeinde hart traf.
I. Jänner 1916
Die Gastwirtschaft „Frohsinn“ wurde bis auf weiteres
geschlossen, da der Besitzer, Ludwig Ritter, seit
Kriegsbeginn im Feld war.
8. März 1916
Von der Heuernte wurde von Weiler eine Pflichtlieferung
von 833 Metzen (I Metzen = 61,5 Liter)
und 442 Metzen Reserveheu angefordert.
19. April 1916
Die Gemeinde zeichnete 1000 Kronen der 4.
Kriegsanleihe.
I. Mai 1916
Gemäß einer Statthaltereiverfügung war die gesamte
erzeugte Butter abzuliefern. Der Erzeuger erhielt
pro Kilo 5 Kronen.
2. Mai 1916
Einführung der Sommerzeit.
14. Juni 1916
Generalmusterung, 26 Mann der Jahrgänge 1866
bis 1879 mußten zur Stellung in den Saalbau nach
Feldkirch.
16. Juni 1916
Die Ernte 1916 wurde beschlagnahmt.
17. August 1916
Zwangsablieferung aller Metallgegenstände, wie
Kessel, Pfannen, Wasserschiffe und Sennkessel.
29. August 1916
Das Totenglöcklein läutete ein letztesmal vor seiner
Ablieferung zur Einschmelzung anläßlich der Beerdigung
des Altvorstehers Franz Josef Summer.
31. August 1916
Die große und die kleine Glocke mit 900 und 300
Kilo mußten abgeliefert werden. Sie wurden 1791
von der Firma Graßmayer in Feldkirch gegossen.
Baumeister Schöch aus Rankweil nahm die Glocken
ab. Abends um sieben Uhr wurden sie auf einen
Brückenwagen geladen und fotografiert - „gleichsam
als Sterbebildle der Glocken“.
I. September 1916
Trotz der reichen Obsternte stiegen die Obstpreise
auf bisher kaum erreichte Höhen. Die Behörde
legte daraufhin Obstpreise fest. Für ein Kilo
Lagerobst erhielt man am Rankweiler Obstmarkt
50 bis 60 Kronen, der behördlich festgesetzte Preis
kam auf 35 bis 45 Kronen zu stehen.
30. September 1916
Ende der Sommerzeit, von der man „ohne Träume
Abschied nahm“. 247