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Full text : Weiler. Die Geschichte der Gemeinde Weiler im Vorarlberger Vorderland

umstritten. Letztlich konnte sich Ambros
Bawart gegen das langjährige Gemeinderatsmitglied
 Postmeister i. R. Ludwig Ludescher
durchsetzen.

Schon zwei Monate nach der Wahl trat Philipp
Morscher vom Vorsteheramt zurück. Er beabsichtigte
 nach Amerika auszuwandern. Ein
Nachfolger musste gefunden werden. „Es wurde
der jüngste des Ausschusses, nämlich Herr Anton
 Summer (Steinhaus) mit 30 Jahren mit sieben
 Stimmen zum Vorsteher gewählt.“27 Summer
 übernahm kein leichtes Amt. Die Wirtschaft
 lag nach dem Krieg aufgrund der Inflation
darnieder. Eine kurzzeitige Erholung nach der
Einführung der Schillingwährung im Jahr 1925
wurde durch die Weltwirtschaftskrise von 1929
beendet. Die Folgen der Arbeitslosigkeit bis in
die Mitte der dreißiger Jahre bestimmte die
Gemeindearbeit. Über 13 Jahre hindurch bis zu
seinem Tod 1937 setzte sich Summer trotz der
widrigen Voraussetzungen erfolgreich für die
Gemeinde ein.

Politisch beherrschte der Bauernbund, der seit
1922 die Bezeichnung „Vorarlberger Landbund“
führte,28 über Jahre hinweg das Geschehen in
der Gemeinde und errang wichtige Positionen.
Der Konsumverein in Weiler, 1894 von christlichsozialer
 Seite gegründet, suchte nach einer
kriegsbedingten Unterbrechung 1926 eine neue
Verschleißstelle. Der bisherige Verkäufer Ludwig
 Ludescher hatte das Lokal gekündigt. Bei
einer außerordentlichen Generalversammlung
des Vereins konnte sich jedoch niemand von der
christlichsozialen Partei durchringen, die Stelle
zu übernehmen. Mit dem neu gewählten Obmann
 Alfons Morscher und dem Schriftführer
Ernst Seyfried kam der Konsumverein unter die
Kontrolle des Landbundes. Am 10. April 1926
nahm der Verein seine Tätigkeit im Haus der
Familie Madlener, Herrengasse 2, wieder auf.

Der Landbund gewann unter Bürgermeister
Anton Summer kontinuierlich an Stimmen.
Aktivitäten zugunsten der Gemeinde wie die
Einrichtung einer Brückenwaage 1925 oder die

Freiwillige beim Österreichischen

Militär anfangs der dreißiger Jahre:
Leo Seyfried, Heinrich Hartmann,
Reinhold Jenny, Eduard Seyfried,
Willy Ritter, Erich Eawart (v.l.n.r.) 253
            
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