Die politische Lage während des Ständestaates
1934-1938
Mit dem Ständestaat wurde eine neue politische
Ordnung eingeführt; nurmehr die vaterländische
Front als Einheitspartei war zugelassen.
Die Organe der Ortsgemeinden wurden umbenannt
in „Gemeindetag“ und „Bürgermeister“.
Dennoch änderte sich an den führenden Positionen
nur wenig. Anton Summer leitete nach
wie vor die Gemeinde. Ihm zur Seite stand wie
bisher Ambros Bawart. Anstelle des allzusehr
dem Landbund verbundenen Engelbert Marte
wurde der christlichsoziale vaterländische Mandatar
Johann Michael Summer (Burgfelders) bestimmt.
Im 1936 ernannten Gemeindetag arbeitete
die bisher bewährte Mannschaft mit Anton
Summer an der Spitze. Als Vertreter der Kirche
saß Altvorsteher Johann Georg Seyfried im Gemeindetag,
als Vertreter des Schulwesens der
Trafikant Ludwig Ludescher jun. Weiters engagierten
sich noch Ambros Bawart, Gebhard
Summer, Johann Michael Summer, der Zimmermann
Adolf Morscher, der Landwirt Thomas
Morscher und der Schlossermeister Theodor
Bawart.
Bürgermeister Anton Summer starb am 16. 5.
1937. Zu seinem Nachfolger wählte der Gemeindetag
Ambros Bawart, der sich damit gegen
das neu hinzugekommene Gemeindetagsmitglied
Wilhelm Watzenegger durchsetzte. In der
kurzen Amtszeit Bawarts erhielten die Klauser
und Weilerer Ringer die Bewilligung, das Turnlokal
im alten Schulhaus zu benutzen.33 Auch
konnte eine Lösung in der Frage der Wasserversorgung
für die Sennerei Weiler-Klaus gefunden
werden. Sie verbrauchte damals zu viel
Wasser und beanspruchte damit die Hochdruckleitung
zu stark. 1937 entzog der Gemeindetag
der Sennerei das Wasser der Hochdruckleitung
und bewilligte ihr stattdessen den
Bezug von Wasser aus der Gardisquelle.
Die nationalsozialistische Zeit und der
Zweite Weltkrieg
„12. März 1938. Der Umsturz war geschehen,
gottlob ohne Blutvergießen und man frug sich,
was wird aus dieser so raschen Wendung werden?
Früh morgens wehten schon die Hakenkreuzfahnen
und ein ohrenbetäubendes Sieg
Heilrufen durchschwirrte unser sonst so friedliches
Dorf.“ Der Chronist Johann Vith schildert
deutlich die einander widerstreitenden Gefühle
von Euphorie und Unsicherheit, welche die
Stimmung in Weiler kennzeichneten.
Am 10. April 1938, dem Tag der Abstimmung
über den Anschluss an das Deutsche Reich, war
„die Stimmung für ältere Leute und für jeden
echten Österreicher, der etwas weitblickender
denkt, etwas gedrückt“, notierte Vith in seiner
Chronik. Von 350 Wahlberechtigten wurden
dennoch 350 gültige Stimmen für den Anschluss
abgegeben. Das Wahlresultat war Ausdruck
einer breiten Zustimmung zu den politischen
Vorgängen. Die Hoffnung auf Besserung der
wirtschaftlichen Verhältnisse wurde deutlich.
Die hundertprozentige Wahlbeteiligung deutet
aber auch auf Repressalien und Furcht hin.
Beim Einmarsch der deutschen Truppen im
März 1938 erschienen beim amtierenden Bürgermeister
von Weiler vier Männer aus Klaus,
welche die Gemeindeschlüssel übernehmen 257