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Full text: Weiler. Die Geschichte der Gemeinde Weiler im Vorarlberger Vorderland

Grafen Hugo von Montfort zu datieren.10 
Die Altenburg, längst abgegangen und nur in der Urkunde des Felix Merklin von 1502" bereits als 
Ruine dokumentiert, verbirgt ihren Grundriss heute fast völlig. Nur geübtere Augen können im 
Gelände ihre Weitläufigkeit erahnen. Kleine Reste der alten Mauern mit geringer Mächtigkeit bil­ 
den das Fundament des Schlösschens Amberg. 
Von der Altmontfort, deren Festungswerke auf mindestens drei benachbarten Hügelkuppen situ­ 
iert sind, gibt es nicht einmal von der Hauptburg einen stimmenden, annähernd umfassenden 
Grundrissplan. 
Trotzdem scheinen die vorhandenen Rohaufnahmen, die Mauertechnik, die Mauermaße und stra­ 
tegische Überlegungen zumindest teilweise auf die Entstehung einer Wehranlage zur Zeit der 
Udalrichinger Grafen von Bregenz hinzudeuten. Das Alter der Altenburg12 dürfte sie nicht errei­ 
chen. Der Auf- oder Ausbau zur Grafenburg Namens Montfort wird als Werk Hugos, des ersten 
Montforter-Grafen in der Übergangszeit vom 12. zum 13. Jahrhundert, gedeutet.13 
Der Name Montfort wird der Großanlage zwischen Klaus-Weiler-Fraxern absolut gerecht. Hier 
handelt es sich in der Gesamtheit betrachtet wirklich um eine Bergfestung. Georg Schleh schrieb 
1616: „Von diesem Schloß seind die Gemäuer noch zu sehen, zeigt an groß gewest zu sein“.14 Ein 
Vergleich der Größenmaße mit anderen bedeutenden Burganlagen im Lande bestätigt diese 
Aussage. Die Hauptburg auf dem Fraxern am nächsten liegenden Burghügel weist allein schon 
eine Fläche von 1621 m2 auf.15 Zusammen mit dem an ihrer Nordseite etwa 9 m tiefer liegenden 
Vorwerk sind es gar 2774 m2.16 Davon sind anhand alter Aufzeichnungen17 und jüngeren 
Untersuchungen18 ca. 1095 m2 als überbaute Wohn- und Nutzfläche anzusprechen. 
Der südlich vorgelagerte Sattelberg, auch Ölkle-, Mölkle- oder Wölklekopf 9 genannt, trägt eben­ 
falls eine Burganlage mit einer ummauerten Gesamtfläche von rund 1968 m2. 
Auf dem nordwestlichen Hügel, der Rüti oder dem Rütischrofen, umschließt ein noch gut sicht­ 
barer Graben mit Vorwall ein Schutzgebiet von annähernd 1300 m2. 
Rechnen wir die Dimensionen dieser Festungsanlagenteile zusammen, ergibt sich ein 
Anlagengesamtflächenmaß von etwa 6042 m2. Dagegen nehmen sich die in historischer Sicht wie­ 
derholt in Bezug gebrachten Burgen zu Altenstadt und Feldkirch eher bescheiden aus. Altenburgs 
Ausmaße betragen ohne Grabungen noch erahnbar 2686 m2 umbaute Gesamtfläche und 
annähernd 735 m2 überbaute Wohn- und Nutzfläche. Die heutige Gesamtfläche der Schattenburg 
in Feldkirch beträgt 2591 m2 mit einem Wohn- und Nutzflächenanteil von 1524 m2. Letzterer 
betrug zur Zeit der Zerstörung von Altmontfort aber nur maximal 893 m2. 
Inmitten der drei Hügel liegt in einer sonnigen Mulde das Burgfeld. Hierdurch führte im 
Mittelalter der Weg nach Fraxern20 und hier an diesem Weg stand der Maierhof.21 Er diente zur 
sicheren Nahversorgung der Burg und zur Unterbringung der Reitpferde. Seine historisch-ökono­ 
mische Kontinuität reicht mit größter Wahrscheinlichkeit spätestens aus der Zeit der 
Udalrichinger Grafen von Bregenz über die Montforterphase und die der späteren 24
	        
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