Die alten „Strukturen“ der Gemeindepolitik
wurden von einzelnen Familien bestimmt. Diese
Machtkonzentration bei einigen Wenigen wollte
die Nichtbürger-Wählergruppe brechen. Doch
trotz ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit in der
Wählerschaft drang sie bei den Wahlen nicht in
erhofftem Maße durch.
Von den 458 abgegebenen Stimmen entfielen 49
Prozent auf die „Bürgerliche Einheitsliste“. Die
Wählergruppe der Nichtbürger erhielt 34 Prozent
der Stimmen. Die kandidierenden Parteien
FPÖ und SPÖ blieben unter zehn Prozent, stellten
jedoch je ein Mandat, während die Bürgerliste
sechs und die Nichtbürger vier Mandate
bekamen.
Eine Neuerung gelang der Wählergruppe der
Nichtbürger dennoch. Als erste Partei entsandte
sie mit Frau Dr. Ruth Fussenegger eine Frau
in die bisher gänzlich von Männern dominierte
Gemeindevertretung. Frau Fussenegger zählte
damit landesweit zu einer der ersten Politikerinnen
auf Gemeindeebene!
Bürgermeister Julius Längle, Funktionär der
Bauernkammer und Ökonomierat, hatte sich in
seiner ersten Amtszeit mit den Themen
Gemeindehaus, Bürgergemeinschaft, Trinkwasser
und Kanalisation auseinanderzusetzen. Das
Gemeindehaus wurde anstelle eines 1958 angekauften
Hauses in unmittelbarer Nähe der
Kirche errichtet und konnte sieben Jahre nach
dem Ankauf von der Gemeindevertretung bezogen
werden. Mit der Errichtung des Gemeindehauses
wurde durch die Verlegung der
Gemeindeverwaltung nicht nur im Volksschulgebäude
ein Zimmer frei, sondern auch ein wesentlicher
Impuls für das Vereinsleben gegeben.
Das Gemeindehaus bot nämlich genügend Platz
für Vereinsveranstaltungen, für Musikproben, für
den Kirchenchor und für die Feuerwehr. Weitere
Baumaßnahmen unter Längle waren die
Einleitung der Gardisquelle in die Hochdruckleitung
(1958), der Ausbau der Fraxnerstraße
(1960) sowie die Errichtung der Wasserversorgung
Halde (Eichwaldquelle 1964). Die Kanalisation
eines Stücks des Treiet erfolgte bereits
1962 in Zusammenhang mit der Kanalisation in
Das beim Wahlkampf dominierende Thema
,,Bürger und Nichtbürger“ bestimmte auch in
der Folgezeit die Gemeindearbeit. Noch im selben
Jahr wurde mit der Vorbereitung zur Gründung
der Bürgergemeinschaft begonnen. Die in
der Gemeindeverwaltung stehenden gemeinschaftlichen
Besitzungen wurden 1961 zwischen
der zu gründenden Bürger- bzw. Agrargemeinschaft
und der Gemeinde aufgeteilt und reguliert.
Die Wahlen von 1960 trugen damit
wesentlich zur Entstehung der Agrargemeinschaft
Weiler bei.
Das Gemeindehaus im Bau 267