accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text : Weiler. Die Geschichte der Gemeinde Weiler im Vorarlberger Vorderland

Nordwestecke ab, ein weiterer, größerer, mit Abstand und nicht randständig, östlich davon. Das
Mauerwerk ist mit 0,6 bis 0,8 Meter durchschnittlich schwächer als jenes der Hauptburg. Den
nach Süden abfallenden Bergsporn trennt ein teilweise verschütteter, aber noch gut sichtbarer
Halsgraben von der Burg ab. Die Anlage liegt mit 720 Meter Meereshöhe 40 Meter tiefer als die
Hauptburg. Der Mittenabstand zu ihr beträgt 225 Meter.

Der Wall auf dem Rütischrofen

An der Nordwestseite des Burgfeldes erhebt sich die nach Nordwesten als Felswand steil und
nach Südosten als Wiesenhang schräg abfallende Rüti oder der Rütischrofen. Den obersten Teil
trennen Wall und Graben vom übrigen Umfeld ab. Diese Situation lässt sich von den Nordhängen
der Hauptburg und des Sattelberges aus besonders gut erkennen. Der mittlere Abstand zur
Hauptburg beträgt 300 Meter, jener zur Sattelberganlage 460 Meter. Mit 749 Metern Meereshöhe
liegt die bis heute schwer definierbare Befestigung Rütischrofen um elf Meter niedriger als die
Hauptburg, aber 29 Meter höher als die Burg auf dem Sattelberg.

Außer der klar erkennbaren Wall- und Grabenumfassung lassen sich im gesamten- eingeschlossenen
 grasbewachsenen Innenbereich keine Gebäude oder Befestigungswerke erkennen. Lediglich
die Einmündung des Weges vom Burgfeldhof herauf scheint an der schmalen Ostseite gesichert.
Archäologische Grabungen an dieser Stelle erbrachten um 1956 anscheinend keine weiteren
Erkenntnisse.26 Es ist daher der im Dehio Vorarlberg, Seite 406, gemachten Angabe „Als frühmittelalterlicher
 Vorgänger der Burg (Montfort) ist die durch Wall und Graben gesicherte Anlage auf
dem Rütikopf anzusprechen“ nur die schon weiter vorne angedeutete Vermutung anzufügen, dass
es sich dem Ursprung nach um eine weit ältere Schutzfestung, um ein rätisches Refugium, handeln
 könnte.27 Vermerkt sei die direkte Sichtverbindung über die zu Füßen liegende Talschaft und
über Feldkirch hinaus, zu den frühgeschichtlichen Anlagen auf dem Hochwindenkopf und zur
Heidenburg, zu Burg Frastafeders bei Frastanz im vorderen Walgau, zu den Gebieten um Schaan
in Liechtenstein und Buchs in der Schweiz. Im Blickfeld liegen auch die Burg Tosters und der
Schellenberg mit der frühgeschichtlichen Wehranlage auf dem Borscht. Gegen Norden ist das
Gebiet der Verkehrswege über die ehemalige Herrschaft Neuburg oder durch die Klus und über
Mations zu übersehen. Auch ein kleiner Teil des Rheintales unter dem Kummen, der Bereich
Mäder, liegt dem Auge offen, ebenso große Teilstücke des Schweizer Rheintales. Nicht zu übersehen
 ist die direkte Sicht zum Hinterland von Altmontfort, zu den Bergsiedlungen Fraxern und
Viktorsberg.

Dass ein so markanter Höhenpunkt wie der Rütischrofen schon die Menschen frühester Zeit
anziehen musste und auch im Mittelalter noch eine Berechtigung, besonders als Beobachtungsund
 Signalstation hatte, dürfte einleuchten.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.