de Abänderungen. Der steuerfreie Haustrunk
war in Gefahr, und an die Stelle der bisher geübten
Pauschalierung sollten genaue Kontrollmessungen
treten.Trotz der unsicheren Rechtslage
wurde 1934 von der ,,Clubbrennerei Weiler“
eine Wasserbadbrennerei um den hohen
Betrag von 2.350,-- Schilling angeschafft. Der
Mitgliederstand erhöhte sich daraufhin schlagartig
um 23 Personen. Die gesetzlichen Neuerungen
trugen ebenfalls zu diesem Wachstum bei.
Auf den jahrzehntelangen Obmann Johann
Georg Seyfried folgte 1935 der ehemalige
Nationalrat Adolf Peter. Aufgrund seiner
Interventionen beim Bundesfinanzamt konnten
sich die 52 Vereinsmitglieder einige Steuern
zurückholen, die ungerechtfertigt auf die
Maische angelegt worden waren. Peter bemühte
sich auch gegenüber dem Steueraufsichtsamt,
die Brennzeiten für seine Mitglieder ausdehnen
zu können.
Einweihung der neuen
Brennerei am 13.Juni 1999
In der Zeit des Nationalsozialismus wurde die
„Clubbrennerei“ umbenannt in „Genossenschaftsbrennerei“.
Obmann blieb der nunmehrige
Bürgermeister Peter.
Nach dem Krieg führte das Vereinsverzeichnis
schlicht eine „Schnapsbrennerei“, die in ihrem
Charakter unpolitisch war. Als Obmann wurde
Anton Schwarz genannt, unter dem der Verein
auch weiterhin gedieh. 1947 legte Schwarz sein
Amt zurück, da er eine eigene Brennerei gekauft
hatte. Bei dieser Jahreshauptversammlung wurde
auch beschlossen, die Brennerei wegen aufgetretener
Beschädigungen nicht mehr außerhalb
des Dorfes zu verleihen. Im guten Obstjahr
1950 waren gleich drei Brenner rund um die
Uhr beschäftigt. Der Mitgliederstand hielt sich
auch in den fünfziger Jahren bei 55 Personen.
Unter dem Obmann Kunibert Müller (1968 -
1979) wurde die fahrbare Brennerei von den
eisenbeschlagenen Holzrädern auf Luftbereifung
umgebaut. Schon Jahre vorher hatte die für den
Pferdezug vorhandene Deichsel gegen eine
Anhängevorrichtung für Traktoren ausgetauscht
werden müssen.
1982 erfolgte von Amts wegen die Umbenennung
des Vereins auf ,,Brennerei-Interessentenschaft“.
Durch den EU-Beitritt Österreichs
geriet im Brennereiwesen einiges in Bewegung.
Geplante strenge Auflagen ließen die Kleinbrenner
um ihre Existenz fürchten. Für das Bundesland
Vorarlberg wurde deshalb in Rankweil der
„Verein der Abfindungs- und Kleinbrenner
Österreichs“ (VAKÖ) gegründet. Die Brennerei-Interessenschaft
Weiler trat diesem überregionalen
Verein 1996 bei, um Informationen
und Tipps für den Brennereibetrieb aus erster 302