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Full text : Weiler. Die Geschichte der Gemeinde Weiler im Vorarlberger Vorderland

Burgfeldweg 2. Ober ihm liegt der eigentliche
Burgfeldhof in unmittelbarer Nachbarschaft zur
Altmontfort. Beide Hofe blieben im Gegensatz
zu den vier vorgenannten, die an das Stift Chur
oder an das Kloster Viktorsberg übergingen,
stets Lehenhöfe der Herrschaft, zuerst der
Montforter, dann der Habsburger. Sie waren
zentraler Bestandteil der Pfandschaft Altmontfort.
 Der Vogteiverwalter der Herrschaft
Neuburg führte einen dieser Höfe auch unter
der Bezeichnung „Sturnen Lehenhof“, was auf
die Sturn als ehemalige Besitzer und wichtige
Familie in Weiler hinweist.33 Verwalter der
Pfandschaft war zu Beginn des 19. Jahrhunderts
Andreas Watzenegger, eine maßgebliche Gestalt
in der Geschichte Weilers zur Zeit der Frühindustrialisierung.
 Der Obere Burgfeldhof wurde
 im Zuge der Grundentlastung 1852 von
Franz Josef Summer aus der Leonhard Linie
gekauft. Heute ist der Hof mit Viktor Summer
bereits in der fünften Generation in Familienbesitz.
 Der untere Burgfeldhof wurde im 17.
und frühen 18. Jahrhundert von der Familie
Metzler bewirtschaftet. 1744 gelangte er durch
Einheirat an Andreas Marte (Finers) aus Dafins.
Im Jahr 1817 wurde der Hof abgebrochen und
erst 1873 von Franz Josef Marte (Finers) wieder
errichtet. 1921 ging der Hof durch Einheirat in
den Besitz der Familie Lampert über.

In Besitz eines Feldkircher Bürgers namens
„Hainrich der Schnetzer“ war der sogenannte
Philippenhof, eine Mühle am Ratzbach, die 1369
Philipp ab der Halden bewirtschaftete.
Schnetzer verkaufte die Mühlstatt samt dem
Weingarten zu Martinätsch an der Halden, einer
Streuemahd auf Gurx an Marideren, der
Langenwiese an der Ratz sowie mit den Äckern

in der Iseln, in dem Kremen und dem Eselmahd
an das Kloster St. Johann im Thurtal um 110
Pfund Pfennig Konstanzer Münze. Der Philippenhof,
 heute Haldenstraße 8, brauchte als
Mühle das Wasser als Antriebskraft. Er stand am
Fuße der Weiler Halden, an der Ratz.

Philipp ab der Halden war verheiratet mit Anna,
Tochter des Rudolf von Weiler im Allgäu, die
1371 als verstorben erwähnt wird.34 Die ,,von
Weiler“ waren ein einflussreiches st. gallisches
Dienstmannengeschlecht, das in Weiler im
Allgäu beheimatet war. Es verfügte auch über
umfangreiche Besitzungen im vorarlbergischen
Vorderland, insbesondere am Sattelberg in
Klaus und an der Weiler Halden. Über die „von
Weiler“ kamen diese Besitzungen Ende des 16.
Jahrhunderts an die Hohenemser Grafen. Mit
der Ehe zwischen Philipp ab der Halden und
Anna von Weiler findet sich ein Anknüpfungspunkt
 zwischen Weiler im Allgäu und Weiler im
Vorarlberger Vorderland, der in der Forschung
auch zu Verwechslungen geführt hat. So wurde
der 1360 verstorbene Dietrich von Weiler,
Kanonikus zu Chur, fälschlicherweise dem
Vorderland zugerechnet, während er aus dem
Allgäu stammte.35

Siedlungsausweitung im I5. Jahrhundert

Vermehrte Konflikte um Weiderechte sowie um
Grenzen und Marken lassen den Schluss zu, dass
es nach dem Übergang der Herrschaft Feldkirch
und damit der Altmontfort an die Habsburger
im Jahr 1390 zu einer Ausdehnung der Siedlungstätigkeit
 kam. Die Besiedelung der höheren
Lagen und die Gewinnung von zusätzlichen
Maiensässen und Alpen wurde durch die Walser 35
            
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