nahe, dass die Dorfbewohner unter dem Begriff
des „Suldner Gnößli“’ korporativ ihre Steuern
an die Grafen von Montfort entrichteten.
Denkbar wäre auch, dass die Gnos des Herrn
Gunthalm im Rankweiler Kirchensprengel das
heutige Ortsgebiet betrifft. Gunthalm scheint
nämlich bereits 1218 auf, zusammen mit dem in
Weiler ansässigen Konrad. Zudem zählte Weiler
zu jener Zeit zum Sprengel der Pfarre Rankweil.
Die Zahlungen der Steuergenossenschaften
wurden nach ihrem Fälligkeitstermin Maienund
Herbststeuer genannt und beliefen sich insgesamt
auf 137 Pfund Pfennig 16 Schilling
Pfennig (I Pfund Pfennig = 20 Schilling Pfennig).
Das „Suldner Gnößli“ zahlte 1403 nur
Herbststeuer in Höhe von 2 Pfund 10 Pfennig,
also nicht einmal zwei Prozent des durchschnittlich
auf die Genossenschaften entfallenden
Steuerbetrages. Nur die Holdner Gnossen
bezahlten mit I Pfund 10 Pfennig noch weniger.
Die Mitgliederzahl des „Suldner Gnößli“ dürfte
- wie schon die Verkleinerungsform des
Namens ,,Gnoß“ zu „Gnößli“ andeutet und wie
der Vergleich der Steuerleistungen bestätigt -
nicht besonders groß gewesen sein. Die Gnos
des Herrn Gunthalm hatte dagegen die doppelten
Abgaben zu entrichten, was entweder auf
erhöhte Steuern oder einen etwas größeren
Personenkreis deutet. Weiler zählte in der
frühen Neuzeit zum Gericht Rankweil-Sulz, welches
die bevölkerungsreichste politische Einheit
der Herrschaft Feldkirch war, die außerdem
noch Damüls, Dornbirn, die Stadt Feldkirch, den
Innerbregenzerwald, Jagdberg, Neuburg,
Höchst-St. Johann und Fußach umfaßte. 1511
stellte das Gericht Rankweil-Sulz 754 wehrhafte
Männer, was einer Wohnbevölkerung von
rund 4.700 Personen entsprach.10 1767 hatte
sich die Bevölkerung dieser Region auf 9.230
Personen in 1.846 Häusern verdoppelt.
Bevölkerungsentwicklung in Weiler
seit dem 18. Jahrhundert
Für die Mitte des 18. Jahrhunderts gibt es erstmals
Schätzungen über die Bevölkerungszahlen
in Weiler. Die Gemeinde wies rund 200
Personen auf. Ein Vergleich der Bevölkerungsentwicklung
zwischen den Vorderländer Gemeinden
zeigt Weiler als kleinste Talgemeinde
der Region. Röthis, Zwischenwasser und
Viktorsberg lagen bis 1869 an der Spitze der
Bevölkerungsdynamik. Später konnte Rankweil
den ersten Rang übernehmen. Mit Ausnahme
des Jahres 1900, als Viktorsberg die stärksten
Zuwachsraten verzeichnete, wuchs Rankweils
Bevölkerungsentwicklung der Vorderländer Gemeinden von 1754 bis 1991"
Ort km2 1754 1823 1837 1869 1880 1890 1900 1910 1923 1934 1951 1961 1971 1981 1991
Weiler 3,09 200 269 301 383 408 427 505 595 548 570 670 833 1163 1350 1536
Klaus 5,25 270 388 454 596 640 667 760 862 797 892 1023 1211 2008 2369 2465
Fraxern 8,86 200 272 312 341 367 356 373 440 413 411 430 473 491 519 592
Viktorsberg 12,51 100 135 144 196 209 203 251 234 232 232 271 313 352 363 378
Röthis 2,72 300 456 533 538 541 538 632 642 600 763 900
1157 1533 1860 1933
Sulz 3,01 350 504 629 647 650 716 793 793 730 811
1002 1232 1849 1952 2123
Zwischenwasser 22,63 450 594 775 854 920 939 983 984 971 1135 1363 1671 2250 2554 2813
Rankweil
21,89 1400 2005 2216 2410 2686 2976 3304 3923 3724 4229 5244 6451 8440 9929 10509 54