herum schaffen hab ich satt.“ Aus den Briefen ist
seine Verbundenheit mit der bäuerlichen Alltagswelt
deutlich zu entnehmen. So schilderte
er die in Amerika andere Art der Viehhaltung,
die unterschiedlichen Anbaumethoden und
beklagte sich schließlich: „Es tut halt einem
wehe, wenn man keinen Most mehr hat.“ Seit
1898 arbeitete er in Wisconsin als Verwalter
einer Forellenpächterei, wo er selbst zehn Stücl<
Vieh, zwei Pferde und fünf Schweine hielt. „Wie
steht es im Wilerländle, gehts bald auf die Alm?“,
will er von Wisconsin aus wissen.46 Der Kontakt
zu seinem Heimatort riss nicht ab. 1909 bedankte
er sich für die Jagdeinladung nach Weiler.
Zu dieser Zeit war er zusammen mit seiner
Frau bereits wieder in St. Paul und betrieb dort
eine Wirtschaft und Krämerei. Schon damals
beabsichtigten sie nach Kalifornien zu gehen,
doch führte sie der Weg noch vor 1912 zunächst
nach Oregon, wo sie weiterhin eine
Wirtschaft führten. Die Zeiten jedoch waren
schlecht, und es gab wenig Arbeit. Die Gegend
gefiel ihnen. „Es ist schön, gerade wie in
Deutschland, bloß ganz anders.“47 Nach dem
Ersten Weltkrieg musste die Kommunikation
erst wieder hergestellt werden. Dabei halfen die
Medien. 1922 schrieb Markus Nachbauer aus
Kalifornien: ,,lch hab in der Zeitung gelesen,
dass sie mich suchen. Da dachte ich, ich werde
gleich schreiben, damit sie Bescheid wissen.“48
Weiters kündigte er an, in ein paar Jahren auf
Besuch nach Europa zu kommen, wenn sie ihre
Farm verkaufen könnten. Ob sich dieser
Wunsch erfüllte, ist aus den Akten nicht zu
ersehen.
Nicht von allen Personen ist das Auswanderungsdatum
bekannt, so dass eine quantifizierende
Auswertung nicht vollständig sein kann.
Es lassen sich aber die Trends angeben. Um die
Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Auswanderungsbewegung
in Weiler von der Familie des
Franz Josef Wohlgenannt begonnen. Weitere
Familienwanderung, wie jene der Gebrüder
Summer in den sechziger Jahren oder die der
Maria Sabina Jenny Anfang der siebziger Jahre
des 19. Jahrhunderts, welche mit ihrem Gatten
noch ein halbes Dutzend weiterer Vorderländer
mit nach Amerika nahm, kennzeichnen eine
Frühphase der Auswanderung. In dieser Periode
begaben sich rund fünfzehn Personen in die
Ferne. Zwischen 1880 und 1914 dagegen sind
rund zwanzig Personen als Emigranten fassbar.
Über die Hälfte davon emigrierte in den neunziger
Jahren, während zu Beginn des 20. Jahr-Alfons
Seyfried und Josef Schwarz 1924 86