hunderts nur noch drei Personen ihr Glück in
der neuen Welt suchten. Einer davon, der 1909
ausgewanderte Anton Hermann Seyfried, gründete
in New York selbst eine Stickerei. Er siedelte
also nicht mehr in einem agrarisch geprägten
Gesellschafts- und Wirtschaftssystem, sondern
fasste mit seinem Betrieb Fuß im städtischen
Großraum.4’ In der Zwischenkriegszeit
zählte Weiler zu den „typischen Auswanderungsorten“
Vorarlbergs.50 Zwischen 1922 und
1938 wanderten 16 Personen aus, die Hälfte
davon nach Amerika, wobei hier der Anschluss
an die bekannten und verwandten Vorwanderer,
die in der Stickerei sich ein Standbein erarbeitet
hatten, von Bedeutung war. Schwarz Josef, der
1924 zusammen mit Alfons Seyfried nach
Amerika ging, holte zu Beginn der dreißiger
Jahre seine Braut Wilhelmine Ludescher in die
USA nach. Mit ihr endete die Auswanderung in
die „neue Welt“.
Das bevorzugte Wanderungsziel der dreißiger
Jahre wurde Südamerika. Pionier in diese
Richtung war Albert Breuß, der bereits 1913
nach Spanien ging und von dort 1922 nach
Argentinien übersiedelte. Dort arbeitete er sich
zum Direktor einer großen Metallfabrik empor.
Von seinem Bruder Roman und von Otto Ritter
ist ebenfalls bekannt, dass sie sich in Südamerika
niederließen.Wahrscheinlich verließen sie Mitte
der zwanziger Jahre ihre Heimat.51 Weitere Auswanderer
während der krisenhaften zwanziger
Jahre waren Robert Fleisch und Irma Marte.
Diesen folgten 1934 und 1935 Robert Jenny
und Irmas Schwester, Hermine Marte. Erwin
Marte mit Frau, Bertram und Ernst Seyfried mit
Familie sowie Otto Ludescher mit Frau zog es
ebenfalls nach Südamerika. Dieser Trend setzte
Familie Ernst Seyfried vor der Auswanderung
nach Argentinien 1935
Die Marte-Brüder in
Kanada 1955 87